Stellungnahme von Nikwax zu Fluorkarbonhaltigen Imprägniermitteln

So gut wie jedes heutzutage im Handel erhältliche Outdoorbekleidungsstück wurde mit Fluorkarbonen behandelt. Darüber hinaus gibt es viele imprägnierende Pflegemittel, die ebenfalls Fluorkarbonen enthalten ( nicht). Die Inhaltsstoffe von derartigen fluorkarbonhaltigen Produkten wurden kürzlich in den Nachrichten mit gesundheitlichen Schäden in Verbindung gebracht und werden jetzt von den Medien genauer unter die Lupe genommen.

Endverbraucherschutz

Nicht alle Pflegemittel enthalten Fluorkarbone, und Nikwax möchte nicht, dass die gesamte Outdoor-Industrie mit Gesundheitsschäden in Verbindung gebracht wird. Vor diesem Hintergrund möchte Nikwax seinen Standpunkt zu Fluorkarbonhaltigen Imprägniermitteln erläutern. Doch zuerst einmal die Meldungen, sollten Sie diese verpasst haben:

„Monitor“ nimmt PFOA (PFC & Fluorkarbon) unter die Lupe

Am 1. März 2012 berichtete die WDR-Sendung „Monitor“ über das Thema „Outdoorjacken und Imprägniersprays: Gefahr für Umwelt und Gesundheit“. In dieser Sendung wurden besonders die beiden chemischen Stoffe PFOS und PFOA besprochen. Diese Chemikalien werden, zusammen mit weiteren Stoffen, mit in Imprägniermitteln verwendeten Fluorkarbonen in Verbindung gebracht.

Wissenschaftler finden heraus, dass Kinder auf den Faröer Inseln betroffen sind

Im Januar dieses Jahres erschien ein beunruhigender Artikel im Journal of the American Medical Association (JAMA). Dieser brachte Umweltverschmutzungen durch PFC (PFOA und PFOS) mit Schäden im Immunsystem von jungen Kindern in Verbindung. Das in den Kindern festgestellte PFC kam von einer Fisch- bzw. Wal-Diät, die PFC aus dem Ökosystem aufgenommen hatten. Dieses PFC stammt ursprünglich aus der industriellen Verwendung von fluorkarbonhaltigen Imprägniermitteln, die in unsere Gewässer entwichen sind. Die erwähnten gesundheitlichen Auswirkungen wurden bereits durch Tierstudien belegt, jedoch ist die JAMA die erste detaillierte und kontrollierte, direkt am Mensch ausgeführte . Und die stellt eine starke Verbindung zwischen nicht abbaubarem PFC und Beeinträchtigungen der menschlichen Gesundheit fest.

Nikwax’ Meinung zu Fluorkarbonen in Bekleidung & Pflegemitteln 

Mit Hinblick auf diese Veröffentlichungen und die Wahrscheinlichkeit, dass künftig weitere Artikel zu diesem Thema scheinen werden, möchte Nikwax einige Punkte klar stellen.

  1. NIKWAX-PRODUKTE ENTHALTEN KEINE WASSER- & FLECKENABWEISENDE INHALTSSTOFFE AUS FLUORKARBON
  2. Nikwax ist NICHT DER MEINUNG, dass Endverbraucher, wie vielleicht in der Sendung „Monitor“ angedeutet, ihre Gesundheit gefährden, indem sie eine Jacke kaufen oder tragen, die vom Hersteller mit Fluorkarbon behandelt wurde – die Chance einer Übertragung ist sehr niedrig, wenn auch nicht ganz auszuschließen, da die ursprüngliche auf der Jacke nicht flüssig sondern fest mit dem Material verbunden ist.
  3. Nikwax ist allerdings der Auffassung, dass im Handel erhältliche Fluorkarbonhaltige Mittel in Flüssigform für die Anwendung zuhause sehr wohl ein Risiko mit sich bringen. Die Menge eines derartigen Mittels, die nötig wäre, um potenzielle gesundheitliche Schäden zu verursachen, ist extrem gering. Durch die regelmäßige Anwendung von Imprägnierern auf Basis von Fluorkarbonen könnten Lebensmittel verunreinigt und Sprays eingeatmet werden.
  4. Nikwax glaubt nicht daran, dass es auch nur ein einziges sicheres Fluorkarbonhaltiges Produkt für die Verwendung im häuslichen Bereich gibt. Selbst wenn Produkte im Neuzustand kein eigentliches PFOA enthalten, so können sich in der Umwelt oder unserem Verdauungssystem die Inhaltsstoffe derartiger Mittel in gefährliches, nicht abbaubares PFOA oder ähnliche Stoffe umwandeln.
  5. Nikwax hat die Pflegemittel anderer Hersteller getestet und herausgefunden, dass sämtliche Konkurrenzmarken in ihrer Produktpalette mindestens ein Fluorkarbonhaltiges Produkt führen.
  6. Die Tatsache, dass ein Produkt mit einem Öko-Label ausgestattet ist, stellt nicht sicher, dass es auch frei von Fluorkarbonen ist, denn wir wissen, dass eine Reihe von Pflegemitteln mit Öko-Label dennoch Fluorkarbone enthalten. Um herauszufinden, welches Produkt tatsächlich frei von diesen Fluorkarbonen ist, sollten Sie Ihren Händler vor Ort befragen.

Kein Grund zur Sorge!

Entscheidend ist, dass Outdoorbekleidung generell kein direktes Risiko für den Endverbraucher darstellt. Fluorkarbonhaltige Pflegemittel können vermieden werden, indem man sie einfach nicht verwendet. Allerdings wäre es am besten, wenn diese Materialien komplett aus der Outdoorindustrie verbannt wären.  Kein Zweifel, wir werden bestimmt bald wasserdichte Bekleidung kaufen können, die Fluorkarbonfrei imprägniert ist!

(PM: Nikwax)

Kategorien: Hersteller

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