Cho Oyu Expedition – Keine weitere Berichterstattung mehr wegen Lawinenunglück

Am frühen Sonntagmorgen hat sich am ein tragisches Lawinenunglück ereignet. Das Expeditions-Team um und geht es soweit gut – sie wurden von der Lawine glücklicherweise nicht berührt. Sie konnten als Erste am Unglücksort sein, wo zwei Lagerstätten verschüttet wurden, und erste Hilfe leisten.  Mittlerweile ist die Gruppe im Basislager eingetroffen.

Aus gegebenen Anlass haben sie sich dazu entschlossen, die Berichterstattung über ihre Expedition am Manaslu abzuschließen.

Bisherige Episoden der Cho Oyu Expedition :

Zur Vervollständigung der Berichterstattung liefere ich an dieser Stelle noch die Episoden 7 und 8 nach.

Episode 7 : Planänderung – zurück am Manaslu

Benedikt Böhm, Basti Haag und haben unerwartet ihr Ziel geändert. Das Team ist von Kathmandu direkt nach Sama (3.600 m), dem Ausgangspunkt zum Basecamp des MANASLU (8.163 M) geflogen.

Nachdem die Einreise nach Tibet gesperrt ist, kehren Benedikt Böhm, Basti Haag und Greg Hill an den Manaslu in Nepal zurück. Zurück? Die beiden Extrembergsteiger mussten dort 2007 ihre Speedbegehung aufgrund der Wetterbedingungen abbrechen. Der Manaslu ist mit 8.163 Metern Höhe der achthöchste Berg der Erde, gelegen im Gurka-Himal im Himalaya-Gebirge.

Mit gemischten Gefühlen stehen sie jetzt an alter Stelle – die Anforderungen sind höher als am ursprünglich geplanten Cho Oyu. Denn abgesehen von der größeren Stecke, die vom Basislager bis zum Gipfel zurückzulegen ist, erinnern sich die Speedbergsteiger daran, wie schnell ein Wetterwechsel die Besteigung des 8.163 Meter hohen Berges unmöglich machen kann. Bei einer heiligen, traditionellen Messe bittet das junge Bergsteiger-Team für gute Bedingungen für die Skibesteigung am Manaslu.

In den nächsten Tagen werden sie ihre Ski auspacken und sich weiter akklimatisieren. Böhm: „Der Berg ist wunderschön, wenn man ihn erst zu Gesicht bekommt. 2007 waren wir bereits hier und wurden komplett eingeschneit. Wir brauchen gutes Wetter.“

Episode 8 – Akklimatisation auf Ski & Einzug in Camp 1

Zurück am Manaslu (8.163 m) gewöhnen sich Benedikt Böhm, Sebastian Haag und Greg Hill weiter an die Höhe und ziehen ein auf Camp 1. Zur Akklimatisation starten sie mit Skiern am Basislager auf ca. 5.000 Metern und überwinden beim Aufstieg auf über 6.000 Meter gewaltige Gletscherspalten und Serac-Zonen. Dann überraschen aber die Schneeverhältnisse und das Team zieht perfekte Schwünge im Firn des Achttausenders.

Gestern haben die Extrembergsteiger ihr Camp 1 auf 5.800 Metern installiert, wo sie reservierten Flächen ausweichen mussten – eine neue Situation für Benedikt Böhm, der so was auf einer Expedition noch nicht erlebt hat. Nach den ersten Akklimatisationstagen ist das Team top motiviert – sie sind auf Skiern schnell unterwegs und die täglichen Ausflüge sind die optimale Vorbereitung für die bevorstehende Speed-Besteigung.

Der größte Feind ist das Wetter, das sich am Manaslu rasant ändert. Genau dieses Phänomen dürfen die drei Speedbergsteiger am eigenen Leib erfahren. Noch vor ein paar Tagen prallte die Sonne herunter und jetzt sitzen sie im eingeschneiten Basislager und warten. Es erinnert an die geplante Besteigung des Manaslu vor fünf Jahren, als das Wetter den Aufstieg auf den Gipfel unmöglich machte. Trotz ein paar negativen Erinnerungen an damals freut sich Sebastian Haag wieder hier zu sein: „Der Manaslu ist für mich einfach der schönste Achttausender.“ Mit voller Zuversicht kann das Team auf passende Wetterbedingungen warten, denn dieses Mal haben sie den Segen vom Lama. Außerdem ist Bene Böhm nichts anderes gewöhnt: „Entweder es war saukalt, arschheiß… aber es war nie „comfort“… es war nie angenehm! Ich find`s geil.“

Das GORE-TEX Active Projekt im Detail

Ziel: Besteigung des 8.188 Meter hohen Cho Oyu in Rekordgeschwindigkeit vom Basecamp (5.800m) mit anschließender Skiabfahrt vom Gipfel zurück zum Basecamp (5.800m). Das Team hat sich 24 Stunden als Zeitrahmen gesetzt. Böhm, Haag und Hill nehmen bei ihren Expeditionen weder künstlichen Sauerstoff noch Fremdhilfe in Anspruch. Die richtige Ausrüstung ist für den Erfolg dieses Projektes natürlich maßgeblich: alle drei Athleten werden Jacken mit GORE-TEX Active Laminat tragen. Zudem sind die Skier sind ein wichtiger Teil der Philosophie und Ziel ist, eine durchgehende Skiabfahrt vom Gipfel bis zum Basecamp zu meistern. Kein 8.000er ist objektiv als Skiabfahrt geeignet, aber der Cho Oyu kann mit seinen bis zu 50 Grad steilen Flanken für die erfahrenen Bergsteiger machbar sein.

Daten: 19. August – 02. Oktober 2012

Ablauf: Anreise nach Katmandu/Nepal. Besteigung des 6.461 Meter hohen Mera Peak in Nepal mit anschließender Skiabfahrt zur Akklimatisation. Anschließend Anreise über Nyalam nach Tibet. Aufstieg zum Basecamp (5.800m) des Cho Oyu in Tibet. Route: Gipfelbesteigung über die Nord-West Route der Erstbesteiger. Geplante Speedbesteigung Ende September 2012.

(Quelle: Dynafit / GORE-TEX | Bildmaterial: Baschi Bender | Footage und Film: Greg Hill)

Kategorien: Klettern & Bergsteigen

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