Woolpower Base und Mid Layer Bekleidung im Test

Seit 1972 stellt Bekleidung aus feinster in Östersund (Nordschweden) her. Die Wolle stammt von Merinoschafen aus Patagonien in Argentinien, das Färben und Spinnen der Wolle erfolgt in einer Spinnerei in Deutschland, und die Fertigung vom Garn bis zum fertig genähten Kleidungsstück erfolgt schliesslich in Schweden. Um mich von der Qualität aus Skandinavien zu überzeugen hat mir einige Teile der aktuellen Kollektion zur Verfügung gestellt.

Woolpower Kollektion

Bisher kannte ich Wolle lediglich aus meiner Kindheit als kratzige Rollkragenpullis welche meine Mutter noch selbst gestrickt hatte. Zwar war das He-Man Motiv (wer kennt ihn noch?) echt cool und der Pulli hätte heute sicherlich Kultstatus, aber das Tragegefühl auf der Haut war echt unangenehm. Dementsprechend skeptisch war ich vor dem der Woolpower Teile.

Woolpower Ullfrotté Original

Ullfrotté Original ist ein verschleißfestes textile Material aus feiner Merinowolle mit Polyamid-/Polyester-Anteil. Dabei besteht Ullfrotté Original zu 80% aus Luft. Die Außenseite ist glatt gestrickt, wohingegen die Innenseite aus Frotteeschlingen besteht. In Kombination mit der Kräuselstruktur der Wolle bilden diese Schlingen einen Strick der viel Luft bindet wodurch das sehr gute Isolationsvermögen entsteht. Das luftige Material unterstützt zudem den Feuchtigkeitstransport vom Körper weg, so dass es sich auch hervorragend für intensivere Outdooraktivitäten eignet.

 Woolpower Woolpower Ullfrotté Original

Die weiche Frotteeseite des Woolpower Materials kann direkt auf der Haut getragen werden. So speichert man effizient die Körperwärme und hilft gleichzeitig den Schweiß von der Haut abzutransportieren. Die Faserstärke von nur 22 Mikron (0,022 mm) verleiht der Wolle ein angenehmes Tragegefühl. Kein Vergleich zu Muttis Strickpullovern.

Um dem Matrial eine Maximale Robustheit zu verleihen, werden der Wolle ein Drittel Kunstfasern beigemischt. Diese kommt vor allem auf der Außenseite zum Einsatz für maximale Verschleißfestigkeit.

Woolpower Crewneck (200g/m²) Woolpower Crewneck (200g/m²)

Zum Testen des Ullfrotté Original Materials hatte ich zum einen das Crewneck 200 Langarmshirt (siehe Foto), zum anderen die Full Zip 400 Jacke zur Verfügung. Das Crewneck Shirt dient mit seinen 200 g/m² als warmes Base Layer und hat mich bereits auf mehreren Wintertouren begleitet. Dank des nahtfreiem Rundstrickverfahrens trägt sich das Shirt sehr angenehm auf der Haut, auch unter der Last eines Daypacks. Die Rückenpartie ist zudem deutlich verlängert damit keine Kälte eindringen kann. Laut Woolpower eignet sich das 200er Material je nach Aktivität für Temperaturen von +10 °C bis -20 °C.

Die Full Zip Jacke besteht aus noch wärmerem 400 g/m² Ullfrotté Original und eignet sich besonders bei niedrigen Temperaturen oder ruhigeren Aktivitäten. Die Jacke verfügt über einen durchgehenden Reißverschluss, einen verstärkten Kragen mit eingestricktem Woolpower Logo, sowie über Daumenschlaufen am Ärmelabschluss. Wie schon beim Crewneck Shirt ist auch bei der Full Zip Jacke die Rückenpartie verlängert.

Einen ausführlichen Testbericht zur Full Zip Jacke gibt es übrigens bei den Kollegen von HikingGear.

Die 2011 eingeführte Woolpower LITE Kollektion ist ideal für jede Jahreszeit. Das LITE Material ist, wie der Name es vermuten lässt, noch leichter als das Ullfrotté Original Material. Es besteht zu 80% aus super feiner Merinowolle mit einer Faserstärke von nur 19,5 Mikron, und zu 20% aus Polyamid.

Woolpower LITE Crewneck

Das von mir getestete Crewneck LITE Langarmshirt ist super weich und trägt sich hervorragend als Base Layer direkt auf der Haut. Der bewährte Raglanschnitt verhindert Scheuerstellen durch Nähte an den Schultern welche beim Tragen eines Rucksacks auftreten könnten. Die Nähte sind bei der LITE Kollektion übrigens in hellem Grün abgesetzt, was etwas Farbe in die sonst eher eintönig uniforme Farbpalette der Woolpower Base Layer Kollektion bringt.

Das LITE Material eignet sich für etwas wärmere Wintertage oder für kalte Tage im Frühling oder Herbst. An kühleren Sommerabenden würde die kurzärmelige Version des Crewneck Shirts wohl gute Dienste leisten.

Fazit

Mit den kratzigen Pullis aus meiner Kindheit hat die Woolpower Kollektion definitiv nichts gemeinsam. Alle getesteten Teile tragen sich überaus angenehm auf der Haut und halten den Körper bei kalten Temperaturen schön warm. Der Feuchtigkeitstransport der Base Layer Bekleidung funktioniert hervorragend und gibt den Schweiß unverzüglich an die nächste Schicht weiter.

Ein weiterer Vorteil der Woolpower Bekleidung ist die Unempfindlichkeit des Materials. Durch den Mix aus Merinowolle und synthetischer Faser ist das Material äußerst verschleißfest, und kann bei Bedarf in der Maschine sogar bei 60 °C gewaschen und bei mittlerer Hitze im Trockner getrocknet werden. Außerdem besitzt Merinowolle die Eigenschaft, dass sie auch nach längerem Gebrauch kaum riecht.

Die Verarbeitung der Woolpower Teile ist zudem hervorragend. Nicht umsonst bürgt jede Näherin mit ihrem Namensetikett in all „ihren“ Kleidungsstücken.

Kurzum, Thermowäsche aus Östersund ist absolut empfehlenswert!

Weitere Informationen zur Woolpower Kollektion gibt es unter Woolpower.de.

Kategorien: Bekleidung

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