SKINS Kompressionsbekleidung für Sport im Test

Mit der Marke bin ich zum ersten ersten Mal bei der Garmin GPS Experience 2013 in Kontakt gekommen. Das war aber eher Zufall, da die Gebrüder Camus, welche Garmin als erfahrene Trailrunner ebenfalls zum Event eingeladen hatte, vom Hersteller für  gesponsert werden. Kürzlich ist nun selbst auf mich zugekommen um ihre Produkte vorzustellen.

SKINS ist auf Kompressionsbekleidung spezialisiert und wird seit 1996 aus Australien exportiert. Die körpernah geformte Hochleistungskleidung verfügt über gradiente Kompression, welche die Leistung im Training und Wettkampf erhöht und die Erholung beschleunigt soll.

Zum Testen hat SKINS mir die A400 Men’s Power Shorts, sowie ein Paar Essentials Men’s Active Compression Socks zur Verfügung gestellt. Bei meinen 190 cm und schlanken 75 kg sitzt die Hose in Größe M schon recht eng, was aber natürlich auch durch die Kompression bedingt ist. Zudem bietet der 420D Memory MX Stoff einen höheren Grad an Kompression als andere A400 Artikel. Die Socken habe ich in Größe S gewählt. SKINS bietet auf seinen Produktseiten übrigens eine einfach verständliche Größentabelle, und bei der Hose sogar einen Größenrechner. So findet man problemlos die passende Größe.

SKINS A400 Men's Power Shorts SKINS Essentials Men's Active Compression Socks

Die Socken lassen sich, im Gegensatz zu meinen CEP Trekking , relativ leicht anziehen und sitzen sehr angenehm. Sie könnten, bei meinen langen Beinen, allerdings einen Ticken höher sein, so dass sie bis knapp unter das Knie reichen würden. Beim Laufen rutschen die Socken auf dem ersten Kilometer nämlich fast immer bis zu den Knöcheln hinunter. Nach dem erneuten Hochziehen halten sie dann aber über die komplette Distanz. Ich tippe mal auf eine bessere Haftung durch Schweißbildung. In einem Wettkampf kann das allerdings äußerst hinderlich und nervig sein. Hier sollte man sich vor dem Start auf jeden Fall ordentlich warm laufen, um sicher zu stellen, dass die Socken nach dem Start nicht mehr rutschen.

Auch in die A400 Power Shorts schlüpft man recht problemlos hinein. Ist man erst mal drin, sitzt sie stramm an Oberschenkeln und Bauch, insgesamt etwas gewöhnungsbedürftig aber nicht unangenehm. Die Beinlänge geht bis etwa Schenkelmitte, also fügt die A400 Power Shorts sich zwischen Half Tights und Shorts ein. Der elastische, geformte Schrittbereich sorgt für den nötigen Tragekomfort. Am Rücken befindet sich eine einfache kleine Tasche im Bund, welche aber weder über einen Reißverschluss, noch über eine Abdeckung in irgend einer Art verfügt. Hier muss man schon etwas aufpassen, dass man z.B. den Autoschlüssel nicht verliert.

Was bringt nun diese Kompression? Laut Hersteller bietet die Kleidung folgende Vorteile :

  • erwiesene Verbesserung der Blutzirkulation
  • gezielte Unterstützung stabilisiert Wadenmuskeln, reduziert Muskelschwäche und das Verletzungsrisiko (Socken)
  • maximiert explosive Kraft für erhöhte Stärke und Geschwindigkeit (Power Shorts)
  • schützt Hüft- und Beinmuskulatur wirksam vor Verletzungen (Power Shorts)
  • mehr Leistung und schnellere Erholung (Power Shorts und Socken)

OK, und wie sieht das nun in der Praxis aus? Schwer zu sagen. Als Hobbysportler, wenn auch ambitionierter, ist meine Performance immer noch sehr stark vom aktuellen Trainingspensum und der Tagesform abhängig. Getestet wurden die Teile immer zusammen bei Läufen zwischen 10 und 15 km. Eine spürbare Leistungssteigerung konnte ich nicht feststellen, und Probleme wie Krämpfe oder Verletzungen habe ich eh nur äußerst selten. Auch eine schnellere Regenerationsphase ist für mich eher schwer fest zu stellen, vielleicht waren die Beine am Tag danach mal etwas weniger schwer als sonst.

Fazit

Für Hobbyläufer, selbst wenn sie ambitionierte Sportler sind, ist das Thema Leistungssteigerung durch Kompression eher zu vernachlässigen. Der spürbare Zugewinn an Leistung, Stabilisierung, oder Erholung ist eher marginal und quasi zu vernachlässigen (aus meiner persönlichen subjektiven Erfahrung heraus). Bei Leistungs- und Profisportlern die täglich mehr als eine Stunde trainieren, sieht das womöglich anders aus. Hier kann die spezialisierte Kompressionsbekleidung sicherlich dem einen oder anderen zu einer neuen Bestleistung verhelfen.
Bei einem Preis von 90 Euro für die A400 Power Shorts, sowie 40 Euro für ein Paar Essentials Active Compression Socks, muss man sich daher schon fragen, ob einem ein eventueller minimaler Leistungsgewinn und der angenehme Tragekomfort so viel wert sind.

Weitere Tests der SKINS Bekleidung gibt es im Läufer Blog und bei FIT for LIFE. Informationen zur Marke und der gesamten SKINS Kollektion findet man unter skins.net.

Erhältlich ist die SKINS Kollektion unter anderem im Laufshop 21run.com.

Kategorien: Bekleidung,Running & Trailrunning

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2 Kommentare

  1. Ich trage Kompressionssocken (mit Kompressionshosen konnte ich mich bisher nicht anfreunden) weniger wegen eines Leistungsgewinns, sondern viel mehr weil ich gemerkt habe, dass der Muskelkater am Tag nach dem Wettkampf wesentlich geringer ausfällt.

    Außerdem danken es einem die Venen, wenn sie bei langer Belastung Unterstützung bekommen. Gerade bei Ultras schwellen die Beine irgendwann deutlich an und Kompressionsstrümpfe wirken da deutlich dagegen. Und was man auch nicht vergessen darf: Bei Trails kann es schon mal vorkommen, dass man auf die Nase fliegt oder einfach an Büschen, Felsen oder Baumstümpfe entlangschrammt. Da sind die Unterschnekel dann auch noch ein wenig geschützt.

  2. Ich habe keine Erfahrung mit den Kompressionssocken auf längeren Läufen. Die längste Distanz die ich mit den Socken gelaufen bin, waren 15-16 km. Ich glaube aber auch schon mal gelesen zu haben, dass Kompressionssocken eigentlich erst bei längeren Läufen (ab HM aufwärts) Sinn machen.

    Muskelkater habe ich eh nur selten nach Wettkämpfen. Vielleicht strenge ich mich aber auch nur nicht genug an :)

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