Sporthocker – Eine Kombination aus Sportgerät und Möbel
Wer früher in der Schule schon gerne mit seinem Stuhl gekippelt hat, der sollte sich die junge Funsportart “Hockern” mal genauer anschauen. Mit einem sogenannten Sporthocker, eine Kombination aus Sportgerät und Möbel, vermögen die Pro’s der Szene Actionreiche Showeinlagen dar zu bieten.
Der spezielle Hocker, der mittlerweile in Serie von der Firma Salzig Sporthocker produziert wird, erlaubt Sprünge, Figuren und Tricks ähnlich denen die man von Skateboardern kennt. Tatsächlich hat die neue Sportart aus Deutschland Einflüsse von Skateboarding, Jonglage, Akrabatik, Breakdance, Parcour und ist doch ganz anders. Wie das Hockern nun in Aktion aussieht, zeigt am besten eines der zahlreichen Videos auf den einschlägigen Plattformen:
Der Sporthocker von Salzig ist 45 cm hoch, hat einen Durchmesser von 33cm, ist sehr robust, sowie indoor und outdoor geeignet. Das Sportgerät wurde schon für zahlreiche Awards nominiert (z.B. ISPO BrandNew Award oder Designpreis der Bundesrepublik Deutschland) und hat auch einige Preise (z.B. iF concept award oder Deutscher Designer Club) gewonnen. Ach, und natürlich kann man auch prima auf dem Hocker sitzen ;)
Für rund 100 bis 160 Euro, je nach farblicher Ausführung, kann man mit seinem eigenen Sporthocker das Hockern anfangen.
Coole Sache, wie ich finde :)
(Foto: sporthocker.com – Susanne Wilke)
Jugger – Mittelalterliches Rugby für jederman
Kürzlich bin ich im Internet auf die “Sportart” Jugger gestoßen. Hierbei handelt es sich um eine Art mittelalterliches Rugby welches etwas kriegerisch angehaucht ist und eine Mischform aus einem Ballspiel und einer Art Nahkampfschlach darstellt. Ziel des Spiels ist es den Spielball (traditionsgemäß ein künstlicher Hundeschädel aus Schaumstoff), so oft wie möglich in das gegnerische Tor (Mal) zu bringen.
Seinen Ursprung hat Jugger in dem Film Die Jugger – Kampf der Besten (1989) mit Rutger Hauer. Hier spielen umherziehende Mannschaften um ihren kargen Lebensunterhalt, viele mit dem Ziel vor Augen, einmal in die sagenumwobene Liga aufgenommen zu werden, in der, Gladiatorenwettkämpfen gleich, zur Belustigung der Wohlhabenden Wettkämpfe ausgetragen werden. Im Film wird äußerst brutal gespielt, so dass Knochenbrüche und Platzwunden die Regel sind. Das reale Spiel hingegen ist nicht gefährlicher als andere Mannschaftssportarten.
Das Spielfeld misst 20×40 Meter. Jede Mannschaft besitzt an ihrer Feldseite ein rundes Mal, das es zu schützen gilt. Eine Mannschaft besteht aus bis zu 8 Spielern, 5 Feldspieler und bis zu 3 Ersatzspieler. Zu den 5 Feldspielern gehören ein Läufer (Qwik), höchstens ein Kettenmann und drei bis vier Kämpfer (Pompfer). Der Läufer ist unbewaffnet und darf als einziger den Schädel aufnehmen.
Zu jedem Zugbeginn stellen sich die Mannschaften an ihren Feldseiten auf, der Schädel wird in der Mitte des Feldes platziert. Auf das Startkommando stürmen beide Mannschaften aufeinander zu. Die Läufer versuchen, den Schädel zu nehmen und ihn in das gegnerische Mal zu stecken. Schafft dies ein Läufer, so bekommt seine Mannschaft einen Punkt, und ein neuer Spielzug beginnt. Die Zeitmessung erfolgt bei Jugger übrigens über Trommelschläge (von ca. 1,5 Sekunden), wobei eine Halbzeit 100 Schläge lang dauert.
Wird ein Spieler von einem Sportgerät getroffen (gilt auch bei Sportgeräten der eigenen Mannschaft), wobei Berührungen zählen und keine Wirkungstreffer, so hat sich der getroffene Spieler auf den Boden zu knien und muss fünf Schläge lang aussetzen.
Die verwendeten Sportgeräte beim Jugger heißen Pompfen. Bei allen Polsterwaffen sind senkrecht von oben geführte Schläge verboten. Zur Verfügung stehen:
- Stab : Der Stab ist 180 cm lang und mit beiden Händen zu führen.
- Q-Tip : Der Q-Tip ist zwei Meter lang und hat zwei Schlagflächen, ähnlich einem Paddel.
- Langpompfe : Die Langpompfe (auch „Langschwert“) ist insgesamt 140 cm lang, davon der Griff 40 cm. Man muss immer beide Hände am Griff lassen.
- Kurzpompfe und Schild : Eine Kurzpompfe (auch „Kurzschwert“) ist 85 cm lang, wobei die Länge des Griffs 20 cm beträgt. Eine Kurzpompfe wird einhändig geführt, da man in der anderen Hand den Schild oder eine zweite Kurzpompfe führt. Der Schild hat einen Durchmesser von 60 cm.
- Kette : Die Kette ist insgesamt 320 cm lang. Sie besteht aus der Schlaufe, der Kette und dem Schwungkörper.
Jugger ist eine wirklich interessante Funsportart wie ich finde. Bei einem Spiel im Park wird man auf alle Fälle Aufmerksamkeit auf sich ziehen :)
Weitere Informationen zu Jugger findet man im Jugger Blog sowie auf der Portal Seite der deutschen Jugger Community.
(Fotos : Ein Uhu, Susanne Serwe)
Gummistiefelweitwurf
Bereits zum sechsten Mal fand am vergangenen Sonntag die nationale Gummistiefelweitwurf-Meisterschaft in Luxemburg (genauer in Kayl) statt. Neben dem Tagessieg war das oberste Ziel den nationalen Rekord aus dem Jahr 2008 zu brechen, welcher derzeit bei 35,30 Metern liegt.

Die Ursprünge des Gummistiefelweitwurfs führen nach Finnland, wo den Überlieferungen zu Folge, Seeleute Ende des 19. Jahrhunderts dieses Wurfspiel ersannen. Dokumentiert ist es aber nicht. Viele Jahre später erinnerte man sich dieser sportlichen Betätigung, es wurde ein Regelwerk geschaffen, und seit 1975 wird der Gummistiefelweitwurf in Finnland als offizieller Mannschaftsport ausgetragen. Um auch überregionale Wettbewerbe durchführen zu können, wurde ein Weltverband gegründet und 1992 die erste Weltmeisterschaft ausgetragen. Seitdem gibt es jährlich eine Weltmeisterschaft und diverse Weltcupturniere.
Der Wettkampfstiefel für Männer ist in der Größe 43 und wiegt fast ein Kilogramm. Bei Frauen wird den Regeln zufolge ein Stiefel der Größe 38 mit einem Maximalgewicht von 750 Gramm geworfen.
Der Weltrekord liegt bei den Männern übrigens bei stolzen 67,31 Metern (Jukka Vesterinen / FIN) und immerhin bei 49,35 Metern bei den Frauen (Eeva Isokorpi / FIN). Die deutschen Rekorde liegen bei 52,50 bzw. 35,10 Metern. Da haben wir Luxemburger ja noch einiges aufzuholen :)
Weitere Fotos der Luxemburger Meisterschaft gibt es auf der Seite von Wort.lu.
(Foto : Lucien Wolff via Wort.lu)
Disc Golf – Einlochen mit dem Frisbee
Discgolf, Disc Golf, Frisbeegolf, oder auch Frolf ist eine Funsportart, bei der – analog zum klassischen Golf – versucht wird, von einem festgelegten Abwurfpunkt mit möglichst wenigen Würfen einer Frisbee ein bestimmtes Ziel zu treffen. Sie ist in den 70er Jahren in den USA entstanden, Anfang der 80er bildeten sich dann auch in Deutschland erste Disc Golf-Gruppen.
Auszug aus dem Disc Golf-Portal des Deutschen Frisbeesport-Verbandes :
Ziel beim Disc Golf ist, einen Kurs von meist 18 Bahnen mit möglichst wenigen Würfen zu absolvieren. Von einer festgelegten Abwurfzone aus wirft der Spieler die Scheibe in Richtung eines Fangkorbs aus Metall. Der Spieler markiert die Stelle, wo die Scheibe gelandet ist, und spielt von dort aus weiter. Die Bahn ist zu Ende gespielt, wenn die Scheibe im Fangkorb versenkt wurde. Die Länge der Bahnen beträgt, je nach Parcours und Schwierigkeitsgrad, zwischen 40 und 250 Metern. Disc Golf wird nach ähnlichen Regeln wie Golf gespielt.
Die wichtigste Ausrüstung beim Disc Golf sind natürlich die Frisbee Scheiben. Die sogenannten Golfdiscs unterscheiden sich allerdings wesentlich von den handelsüblichen Frisbees. Die Golfdiscs sind schwerer (bis 200g), aerodynamischer und von kleinerem Durchmesser als normale Frisbees. Man unterscheidet 3 verschiedene Discs : den Driver für weite Würfe, den Midrange als Annäherungsscheibe, und den Putter zum “Einlochen”.
Das Ziel auf fest installierten Kursen sind Metall-Körbe welche in einer Höhe von ca. 70 cm angebracht sind. Diese Körbe sind an einer Stange montiert; oberhalb sind an einem weiteren Metallring einige Ketten angebracht, die geworfene Frisbees auffangen sollen. Für den Spaß zwischendurch oder zum Training gibt es auch tragbare Ausführungen dieser Fangkörbe.
Eine Grundausstattung mit 3 Golfdiscs (Driver, Midrange, Putter) kostet rund 30 Euro. Für einen faltbaren mobilen Discgolf-Korb muss man ca. 150 Euro investieren. Wer gleich seinen eigenen Parcours mit 18 Bahnen haben möchte, sollte schon mal 20.000 Euro vorsehen :)
In Deutschland gibt es bereits 29 fest installierte Kurse, weltweit sind es sogar schon mehr als 3.000 Disc Golf-Parcours. Natürlich befindet sich mal wieder kein Parcours in meiner unmittelbaren Umgebung (z.B. in Trier), denn ausprobieren würde ich diese Funsportart schon gerne mal.
Weitere Informationen zu Disc Golf findet man auf dem Disc Golf-Portal des Deutschen Frisbeesport-Verbandes.
(Fotos : Michael Stiller – Discgolf NRW)
Crossboule – Die Offroad Boule Variante
Nach Crossgolf kommt nun Crossboule! Durch einen Artikel in der Newsletter vom Unterwegs Shop bin ich auf diese neue Fun Sportart gestoßen. Das Prinzip ist dabei eigentlich das gleiche wie beim Crossgolf, an den Grundregeln wird festgehalten, nur die Wahl des Spielortes ist beliebig :
Ein Punkt wird erzielt, wenn die eigene Kugel am nächsten an der Zielkugel platziert werden konnte. Liegen beide Kugeln eines Spielers am nächsten an der Zielkugel so gewinnt der Spieler zwei Punkte. Dabei gibt es im Gegensatz zum Pétanque keine “ungültigen” Zielkugeln. Die Runde wird gespielt, egal ob die Zielkugel verdeckt, unter Wasser oder auch weit mehr als 10m entfernt liegt.
(Wikipedia)
Crossboule kann man zwar mit herkömmlichen Boulekugeln spielen, geeigneter sind aber wohl spezielle Crossboulekugeln welche aus softem Kunstleder bestehen und mit einem Kunststoffgranulat gefüllt sind.
Durch die weiche Oberfläche verhindert man so Schäden an Gegenständen und Personen. Außerdem machen die Kugeln im Gegensatz zu Metall-, Holz- oder Hartplastikkugeln keinen Krach beim Spielen auf Beton und anderen harten Untergründen.
Wie Crossboule in der Praxis funktioniert kann man in diesem Video sehen :
Auf Nachfrage beim Unterwegs Shop habe ich zwei Crossboule Starter Sets (jeweils bestehend aus 2 mal 3 Spielbällen einer Farbe, einem Zielball, und einer Bedienungsanleitung) zum Testen erhalten. Gestern habe ich nun das erste Spiel mit unserer Pfadfinder Gruppe gewagt, und was soll ich sagen? Unsere Mädels hatten einfach großen Spaß die Boulekugeln ohne Rücksicht auf die Beschaffenheit des Geländes durch die Gegend zu werfen :)
Bei den Spielregeln haben wir uns mehr oder weniger an die offiziellen Crossboule Regeln gehalten. Der Gewinner einer Runde bestimmte den Startbereich und hat die kleine Zielkugel geworfen. Anschliessend spielte jeder abwechselnd seine drei Kugeln. Am Ende wurden die Punkte gezählt.
Die Crossboule c³ Kugeln haben einen wirklich guten Eindruck gemacht, obwohl ich anfänglich etwas Bedenken wegen der Robustheit des soften Kunstleders der Oberfläche hatte. Die Kugeln fühlen sich angenehm an, liegen gut in der Hand und fliegen auch sehr sauber. Beim Auftreffen auf dem Boden rollen sie etwas weiter, aber aufgrund ihrer Füllung mit Kunststoffgranulat nicht sehr weit. Das macht das Spielen auf ebenem Untergrund wie z.B. Asphalt recht einfach.
Leider ist aber bei einem der Bälle die Naht über ca. 1 cm aufgeplatzt, so dass das Granulat herausrieselte. Ich weiß jetzt nicht woran es gelegen hat, vielleicht habe ich die Kugel zu weit / hoch geworfen, ist auf einem Stein gelandet, oder es ist passiert als die Kugel an einem Zaun abgeprallt ist. Ansonsten machen die Crossboule c³ Bälle einen robusten Eindruck. Die Kunstlederoberfläche hat jedenfalls kaum gelitten bei unserem Spiel überwiegend auf Asphalt.
Fazit : Crossboule ist eine Funsportart die wirklich eine Menge Spaß macht! Wir werden jetzt wohl öfters mal die Kugeln fliegen lassen :)
Ein Crossboule c³ Starter Set für 2 Spieler kostet übrigens knapp 37 Euro, das Collector Set mit 3 Spielbällen einer von 6 verschiedenen Farben / Mustern, einem Zielball, und einer Bedienungsanleitung gibt es für rund 20 Euro.
Weitere Fotos unseres Crossboule Spiels gibt es in der Foto Galerie.
Update : Bei Amazon.de habe ich nun auch ein CROSSBOCCIA Set mit 3 Spielbällen und einem Zielball entdeckt welches rund 20 Euro kostet.


















