Primus was here!
17. Juni 2010 von Sven
Abgelegt unter Hersteller, Kochen
Das schwedische Unternehmen Primus ist vielen wohl bekannt als Hersteller für Camping-Kocher-Lösungen aller Art. Bei der Outdoor Academy of Sweden hatte ich dieses Jahr die Gelegenheit diverse Kocher sowie weitere Ausrüstung von Primus zu testen und einige nette und lustige Gespräche mit Joachim über seine Produkte zu führen.
Von den Kocher Modellen haben wir ausschließlich die Gas-betriebenen getestet, darunter diverse Eta Modelle sowie den EasyFuel. Besonders beeindruckt hat mich die EtaPower Reihe (siehe Foto oben). Diese Sets (EtaPower MF, EF und EF Trail) bestehen aus Brenner, Windschutz, Topf, Bratpfanne sowie Alu-Handgriff, und passen jeweils komplett in die mitgelieferte Kochertasche welche zudem auch als Isolierung dienen kann. Das Besondere bei den EtaPower Töpfen sind die Lamellen am Topfboden welche die Hitze besonders effizient weiterleiten. Damit erhitzt man z.B. Wasser wesentlich schneller als mit herkömmlichen Töpfen und spart zudem noch Brennstoff. Natürlich verfügen alle Kocher über eine praktische Piezozündung.
Ein weiteres interessantes Primus Teil konnten wir bei unserem Dinner auf dem Floss testen, den Gasbetriebenen BBQ Grill (siehe Foto unten). Dieser äußerst handliche und leichte Grill ist zwar etwas zu groß für eine Rucksacktour, eignet sich aber sicherlich hervorragend für einen Campingurlaub. Einziger Nachteil ist, dass der Grill nur mit speziellen Gaskartuschen funktioniert und nicht mit den herkömmlichen Kocher Kartuschen kompatibel ist.
Primus fertigt übrigens auch die Kochereinheit für die Kochsets des bekannten Herstellers Trangia.
Ansonsten hat jeder Teilnehmer der OAS noch eine Stirnlampe und ein Meal Set erhalten, wobei mir diese Produkte weit weniger gefallen haben als die Kocher. Die Stirnlampe wirkte vom Design her recht langweilig und billig. Zum Einschalten musste man zudem den Schalter einige Sekunden lang gedrückt halten, was ich als sehr nervig empfand.
Das Meal Set besteht aus 2 tiefen Teller, einer Gewürzdose, einem kleinen Behälter für z.B. Spülmittel oder Öl, dicht schließende Vorratsdose, Trinkgefäß, klappbarer Spork sowie kombiniertes Schneidbrett, Sieb, Reibeisen und Messer. Der klappbare Spork ist zwar eine nette Idee aber eigentlich doch unbrauchbar. Dieser klappt nämlich bei etwas Belastung gleich wieder zusammen. Hier hat mir das Meal Kit von Light My Fire doch wesentlich besser gefallen.
Fazit
Auf dem Gebiet der Kocher und dem passenden Zubehör gehört Primus sicherlich zu den Besten und ist uneingeschränkt zu empfehlen. Bei anderen Produkten gibt es allerdings noch etwas Nachbesserungsbedarf.
Wusstet ihr übrigens dass bereits Salomon August Andrée im Ballon und ebenso Edmund Hillary auf dem Mount Everest Primus Kocher verwendeten?
Primus Produkte findet man unter anderem bei Bergzeit, Doorout, Globetrotter, OutdoorTrends, und im Tapir Store.
Hobokocher – Eine interessante Alternative zum Gaskocher
Der Hobokocher, auch Hobo Ofen genannt, ist ein einfacher aber hocheffizienter Kocher der vorwiegend mit Holz betriebenen wird. Benannt ist er nach den Hobos, nordamerikanische Wanderarbeiter (im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert), denen er als Herd und Heizung diente.
Der Hobo Ofen ist deshalb so effizient, da er den Kamineffekt zu einer gesteigerten Sauerstoffzufuhr nutzt (siehe Bild o.r.) und die Strahlungswärme des Feuers durch die Metallwandungen konzentriert. Der Hobokocher ist zudem ein Allesbrenner, der sowohl mit Holz (Astholz, Reisig, Zapfen, …), als auch mit Flüssigbrennstoffen wie z.B. Brennspiritus betrieben werden kann. Er ist demnach fast überall einsetzbar.
Die einfachste Form des Hobos besteht aus einer gewöhnlichen Konservendose, welche man lediglich mit einigen Löchern versehen muss. Eine bebilderte Bauanleitung für den Konserven-Hobo finden man z.B. bei Scout-o-wiki.
Eine andere beliebte Variante ist der viereckige Hobo Ofen zum Aufklappen (siehe Foto o.l.) oder Zusammenstecken. Dieser hat den Vorteil, dass man ihn platzsparend zusammenlegen kann. Diese meist aus rostfreiem Edelstahl bestehenden Kocher, kann man käuflich für rund 70 Euro erwerben. Es gibt aber auch für diese Variante einige MYOG (Make Your Own Gear) Anleitungen im Internet.
Der Hobo Ofen ist sicherlich eine interessante Alternative zum klassischen Gaskocher. Ich werde mal meinen Onkel mit dem Bau eines Hobokochers (zum Zusammenstecken) beauftragen und bei der nächsten Pfadfinder Aktivität testen. Handwerklich bin ich leider weniger begabt, bzw. besitze nicht das nötige Werkzeug.
Hier noch einige interessante Links zum Thema Hobo Ofen :
- Wikipedia Artikel
- Eine interessante Übersicht über viele verschiedene Hobo Ofen Lösungen
- Bauanleitung (klappbare Version)
- Bauanleitung (steckbare Version)
- Bauanleitung (Konservendose)
Update : Im Online Shop von Outec gibt es die klappbare Version des Hobos für vergleichsweise günstige 35 Euro.
Beverage-can stove – Der DIY Kocher
Ich hatte ja schon mal das Video vom Do-It-Yourself Benzinkocher hier gepostet. Jetzt bin ich über einen Wikipedia Eintrag gestolpert, der das Prinzip und die Montage dieses ultraleichten Kochers sehr ausführlichen beschreibt: Beverage-can stove.
Sehr interessant. So kann man angeblich einen halben Liter Wasser in ca. 5 Minuten, mit weniger als 2 Esslöffeln (30 ml) Benzin, zum kochen bringen. Für grössere Mengen ist der Kocher aber eher ungeeignet.
DIY Benzinkocher
Hier eine sehr schöne Anleitung wie man einen Benzinkocher selbst herstellen kann.
Genial einfach, einfach genial.











