Gränsfors Bruks – Handgeschmiedete Äxte aus Schweden
28. Mai 2010 von Sven
Abgelegt unter Ausrüstung
Gränsfors Bruks ist ein kleiner schwedischer Familienbetrieb mit 20 Beschäftigten der seit 1924 Äxte herstellt. Die Produkte wie Äxte, Beile oder Spalthämmer werden von Fachleuten handgeschmiedet und sind somit quasi Unikate. So findet man denn auch auf dem Kopf jeder Axt die Initialen des Schmieds der sie gefertigt hat.
Auf der Grundlage von alten, oft vergessenen Fertigkeiten haben die Schmiede von Gränsfors Bruks in Zusammenarbeit mit dem Formgeber Hans-Erik Persson Äxte entwickelt, die in Technik, Form und Funktion den Erfordernissen der heutigen Handholzfällung angepasst sind. Die Äxte werden dabei nach fünf grundlegenden Richtlinien hergestellt:
- Eine Axt ist so gut wie ihr Schmied. Die unverfälschte, geschmiedete Oberfläche ist eine Garantie für das berufliche Können des Schmieds und die Qualität der Axt.
- Mit einer vernünftigeren Produktion werden weniger Naturreserveren verbraucht und die Qualität und Lebensdauer sogar erhöht. Eine längere Lebensdauer trägt auch dazu bei, den Verbrauch der Naturreserven und den entstehenden Abfall zu verringern.
- Unnötiges Schmirgeln, Anstreichen und die Stielung mit Epoxy fallen weg. Dadurch wird das Arbeitsumfeld verbessert und die Verschmutzung der Umwelt vermindern.
- Gränsfors Bruks hat eine unbegrenzte Verantwortung für “die totale Qualität”. Arbeitsumfeld, Produktverantwortung, Rücksicht auf die Natur und auf die Mitmenschen sowie auch Ethik und Schönheit, das verstehen sie unter “Qualität”.
- Umfassende Kenntnisse über ein Produkt erhöhen dessen Wert. Deshalb ist es wichtig, sich über Äxte zu informieren, im Buch der Äxte und im Axtmuseum. Das Buch der Äxte ist ein integrierter Teil der Axt.
Während der Outdoor Academy of Sweden hat jeder sein eigenes Handbeil (meines wurde übrigens von Mattias Mattsson (MM) hergestellt) erhalten, und konnte einen Spalthammer testen. Besonders spektakulär war allerdings das Werfen mit der zweischneidigen Wurfaxt. Die “Axe-Brothers” Adam und Daniel Brånby von Gränsfors Bruks hatten dazu extra eine mächtige Wurfaxt mitgebracht.
Die Äxte haben von der Qualität her einen sehr guten Eindruck gemacht. So versicherten Adam und Daniel, dass die Äxte bei sachgemäßer Handhabung ein Leben lang halten würden. Immerhin gibt Gränsfors Bruks 20 Jahre Garantie auf ihre Äxte. Außerdem lockert sich der Kopf der Axt nicht von selbst wie man es von Billigäxten aus dem Baumarkt kennt.
Jede Axt kommt mit einem Schneideschutz aus Leder sowie dem Buch der Äxte. Handbeile gibt es in diversen Online Shops ab ca. 60 Euro, Spalthämmer für knapp 100 Euro, und Wurfäxte für rund 140 Euro. Bei Amazon.de findet man z.B. einige Händler die Gränsfors Bruks Äxte anbieten.
(Fotos: Fredrik Broman)
Värmland – Land der tausend Seen
Eigentlich sind es keine tausend sondern 11.118 Seen. Die schwedische Provinz Värmland ist in der Tat eine Landschaft, in der das Wasser sehr präsent ist. Im Süden liegt der gigantische Vänern, der größte See Westeuropas. Er versorgt 700.000 Menschen mit Trinkwasser, 16.000 Boote nutzen ihn zu sportlichen Zwecken und schätzungsweise 10.000 Wracks liegen auf seinem Grund. Weitere bekannte Gewässer: der Fluss Klarälven, der sich in Mäanderschleifen ca. 300 km durch Värmland windet, die Frykenseen, Glafsfjorden, der Bergslag-Kanal und der Dalsland-Kanal.
Värmland bietet jede Menge Platz: Auf einer Fläche von 19.204 km2 leben ca. 320.000 Menschen. Dies bedeutet: 17 Personen pro km2. Ideal also für Leute die die Abgeschiedenheit genießen wollen, zumal in ganz Schweden das Allemansrätt (Jedermannsrecht) gilt.
In einer atemberaubenden Landschaft können Aktivurlauber zwischen mehr als 1.000 km Wanderwegen und über 1.500 km Kanutrails, mehreren Draisinestrecken sowie zahlreichen Rad- und Reitwegen wählen. Zudem gibt es fantastische Möglichkeiten zum Baden, Angeln und Rafting. Beliebt sind auch gemächliche Touren mit einem eigenhändig gebauten Floß auf dem Fluss Klarälven oder eine von einem Guide begleitete Elch- bzw. Bibersafari.
Mir haben bei meinem Aufenthalt während der Outdoor Academy of Sweden in Värmland besonders die zahlreichen Wälder mit ihrem weichen moosbewachsenen Boden gefallen. Eine perfekte Umgebung zum Trekking mit Zelt. Wirklich toll ist es dann, wenn man sein Zelt direkt an einem der vielen Seen oder Flüssen aufschlagen kann. Värmland ist definitiv eine Reise wert.
Weitere Informationen zur Region Värmland gibt es auf der offiziellen Homepage sowie in deren Värmland Broschüre.
(Foto: Experiences in Värmland and in Villmarksriket Hedmark)
OAS 2010 – Fazit
Tag 5 der OAS bestand eigentlich nur noch aus Packen, Busfahren und Abschied nehmen. Was bleibt sind wieder mal grandiose Eindrücke und jede Menge nette Bekanntschaften.
Die Outdoor Academy war wie bereits im vergangenen Jahr von vorne bis hinten hervorragend geplant und durchorganisiert. Das Programm war intensiv und nach 4 Tagen hatte man den Eindruck man wäre schon 3 Wochen in Schweden auf Tour. Das Team von Visit Sweden, der Scandinavian Outdoor Group, sowie die lokalen Vertreter der Region Värmland waren einfach nur super nett und hilfsbereit. Es war auch sehr interessant die verschiedenen Inhaber, Designer, Product Manager und PR Leute der bekannten und weniger bekannten Ausrüster mal persönlich kennen zu lernen.
Über die Region Värmland werde ich noch einen eigenen Beitrag schreiben. Nur soviel, die Landschaft ist grandios, besonders wenn man so herrliches Wetter hat wie wir (viel Sonne und kein einziger Regentropfen).
Ganz kurz möchte ich noch auf die Verpflegung eingehen. Hungern tut man bei der OAS nämlich sicherlich nicht. Das Frühstücksbuffet war immer, ob drinnen oder draußen, bestens ausgestattet, Mittags und Abends gab es oftmals typisch schwedische Gerichte mit Elch- oder Renntierfleisch, und nicht zu vergessen die obligatorischen Kaffeepausen mit Snacks und leckeren Kanelbullar. Für das leibliche Wohl war demnach stets bestens gesorgt.
Jeder Blogger oder Journalist der die Möglichkeit hat mal an einer Outdoor Academy teilzunehmen, sollte die Gelegenheit auf jeden Fall wahrnehmen. Die Teilnahme ist zudem kostenlos, einzig die Anreise zum Flughafen, sowie die Ausrüstung die man nach der Tour behalten möchte, muss man selbst bezahlen. Die Einnahmen für die Ausrüstung (rund 5.000 Euro) wurden dieses Jahr übrigens von den Herstellern integral an den schwedischen WWF zur Rettung des Eisbären gespendet.
Wie sagte Jenny (Event Managerin bei Visit Sweden) so treffend zum Abschied: “Välkommen tillbaka” (Welcome back).
Über die Outdoor Academy of Sweden (kurz OAS)
Die Outdoor Academy of Sweden ist ein gemeinsames Projekt der Scandinavian Outdoor Group (Kooperation zwischen den führenden skandinavischen Outdoor Marken), Visit Sweden (Schwedens offizielle Webseite für Tourismus- und Reise-Informationen), und Visit Värmland. Die OAS ist eine Art “Werbeveranstaltung” für Schweden, wo Reiseveranstalter, Presse, und Retailer die Möglichkeit haben, Skandinaviens neueste Aktivitäten und Produkte im Outdoor-Bereich kennen zu lernen.
(Fotos: Fredrik Broman)
OAS 2010 – Tag 4 – Goldwaschen, Naturkunde und Hochseilgarten
Die Nacht war, im Vergleich zur vorherigen, ein wahrer Traum. Warm, kuschelig, und durchgehender Schlaf. Da stört es dann auch nicht wieder um sieben Uhr zu Frühstücken um im Zeitrahmen für unser Programm zu bleiben.
Am Morgen war Goldwaschen angesagt. Klingt erst mal nicht sehr spannend, aber Ken Karlsson der zusammen mit seiner Frau Ulla bereits 37 Medaillen bei den World Goldpanning Championships gewonnen hat und in dieser Disziplin mehrmals Weltmeister war, ist einfach ein genialer Geschichtenerzähler dem man gerne zuhört. Er hat uns in die Kunst des Goldwaschens eingeführt und uns dann auch selbst ran gelassen. Zugegeben, die Goldpfannen waren von Ken präpariert, so dass auch jeder ein eigenes Erfolgserlebnis hatte.
Zum Mittagessen hat Ken uns in seiner riesigen Pfanne (1 Meter Durchmesser) ein hervorragendes Elch Menü zubereitet, welches er uns im urigen alten Gerichtsgebäude der Stadt Kopparberg servierte.
Nach einem schnellen Kaffee teilten sich die Gruppen dann auf. Retailer nahmen an Workshops mit den verschiedenen Herstellern teil, Reiseveranstalter wurden zur Sprechstunde mit verschiedenen lokalen Anbietern für Outdoor Aktivitäten eingeladen. Die Presse hatte die Wahl zwischen Eisenbahn-Draisine fahren oder etwas Naturkunde mit anschließendem Besuch eines Hochseilgartens. Obwohl mir die Höhe ja bekanntlich nicht so behagt habe ich mich für letzteres entschieden.
Aulis Syväjärvi der uns bereits am Tag zuvor das Herbeilocken eines Elchs beigebracht hatte, führte uns auf einer kleinen Wanderung durch ein Naturschutzgebiet und zeigte uns verschiedene seltene Vögel welche in diesem sumpfigen Gebiet brüten.
Nach diesem kurzen Ausflug ging es gleich weiter zum Hellefors Manor, einem alten Herrenhaus welches zum Hotel umfunktioniert wurde, wo die Hausherrin uns bei Kaffee und selbst gebackenen Kanelbullar einige Geistergeschichten zum Haus erzählte. Wohl gestärkt konnten wir dann gleich den Hochseilgarten, welcher sich nur wenige Meter hinter dem Manor in einem kleinen Waldstück befindet, in Angriff nehmen. Insgesamt führen die 3 Trails über sehr abwechslungsreiche und zum Teil lustig gestaltete Hindernisse. Highlight war sicherlich die 200 Meter lange Seilrutsche am Ende des letzten Parcours. Trotz leichter Höhenangst fange ich langsam an diese Hochseilgärten zu lieben :)
Am Abend wurde schließlich die getestete Ausrüstung zurückgegeben bzw. zu einem sehr günstigen Preis gekauft, ehe dann ein grandioses Abschlussessen in der Bredsjö Mansion und eine denkwürdige Abschlussparty die Outdoor Academy of Sweden 2010 ausklingen ließ.
Über die Outdoor Academy of Sweden (kurz OAS)
Die Outdoor Academy of Sweden ist ein gemeinsames Projekt der Scandinavian Outdoor Group (Kooperation zwischen den führenden skandinavischen Outdoor Marken), Visit Sweden (Schwedens offizielle Webseite für Tourismus- und Reise-Informationen), und Visit Värmland. Die OAS ist eine Art “Werbeveranstaltung” für Schweden, wo Reiseveranstalter, Presse, und Retailer die Möglichkeit haben, Skandinaviens neueste Aktivitäten und Produkte im Outdoor-Bereich kennen zu lernen.
(Fotos: Sven Linckels)
OAS 2010 – Tag 3 – Kanu Tour
Die Nacht war leider nicht sehr erholsam. Die Temperaturen sind wohl auf minus 6°C gesunken. Die Nanok Schlafsäcke waren hingegen für einen Komfort Bereich von minus 5°C ausgelegt. Zudem war die Isomatte derart dünn, dass ich als Seitenschläfer ständig hin und her wälzen musste da mir die Hüftknochen schmerzten. Einige Tassen Kaffee beim “Outdoor Frühstück” haben den fehlenden Schlaf allerdings wieder wett gemacht.
Mit dem Bus ging es dann zum Ausgangspunkt unserer Kanu Tour wo uns Zweier-Alu-Kanadier erwarteten, welche wir mitsamt unserer Ausrüstung besetzten. Vor uns lagen rund drei Stunden Paddeln auf dem 125 km langen Svartälven bis zur Mittagspause. Da ich vorne saß und nur wenig Beinfreiheit hatte, entwickelte sich die Fahrt langsam aber sicher zu einer regelrechten Tortur für mein angeschlagenes Steißbein. Ich war heilfroh endlich wieder stehen zu können als wir zum Essen anlegten.
Um unsere hervorragende Fischsuppe zu zu bereiten, kamen abermals die Primus Kocher zum Einsatz. Ebenso zu unserer Ausrüstung gehörte das Mealkit von Primus, inklusive klappbarer Spork, Tasse und diverser Behälter.
Nach etwas Naturkunde, insbesondere über Elche und wie man sie anlockt (ist wirklich lustig wenn 50 Leute gleichzeitig Lockrufe üben), paddelten wir noch knapp 2 Stunden weiter.
Am späten Nachmittag legten wir schließlich an um dann nach einer kurzen Fahrrad Tour wieder an Bord eines Floßes zu gehen. Diesmal mussten wir es allerdings nicht selbst bauen und es war auch wesentlich größer als 3×3 Meter. An Bord erwartete uns der Kapitän und sein Smutje zu einem urigen BBQ während wir wieder lautlos den Fluss hinab trieben. Unterwegs sind wir dabei der Sagengestalt Näcken in Person begegnet, der nackt (!) am Uferrand auf seiner Violine spielte. Die Frauen an Bord waren natürlich entzückt … aber nur bis wir näher dran waren :)
Übernachtet haben wir in der Bredsjö Mansion, ein sehr schönes Hotel welches aus mehreren alten Herrenhäusern besteht die zu Gästeräume umfunktioniert wurden.
Über die Outdoor Academy of Sweden (kurz OAS)
Die Outdoor Academy of Sweden ist ein gemeinsames Projekt der Scandinavian Outdoor Group (Kooperation zwischen den führenden skandinavischen Outdoor Marken), Visit Sweden (Schwedens offizielle Webseite für Tourismus- und Reise-Informationen), und Visit Värmland. Die OAS ist eine Art “Werbeveranstaltung” für Schweden, wo Reiseveranstalter, Presse, und Retailer die Möglichkeit haben, Skandinaviens neueste Aktivitäten und Produkte im Outdoor-Bereich kennen zu lernen.
(Fotos: Tommy Sollén, Fredrik Broman)










