Reinhard Kleindl und Armin Holzer begehen erstmals Highlines an den Drei Zinnen

14. September 2011 von  
Abgelegt unter Klettern & Bergsteigen

Reinhard Kleindl und Armin Holzer haben in diesem August der langen Geschichte der Drei Zinnen ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Trotz dem bekanntlich brüchigen Dolomit Fels haben der Österreicher und der Südtiroler an den Gipfeln der großen Zinne, der westlichen Zinne und der kleinen Zinne perfekte Spots gefunden und alle drei erstbegangen.

Entgegen aller Zweifel und Unklarheiten, ob es überhaupt möglich ist das Material sicher in diesem brüchigen und ausgesetzten Gelände zu spannen, fanden sie an allen drei Gipfeln Weltklasse Spots und perfekten Fels.

Gestartet sind sie an der großen Zinne, wo sie eine 31 Meter lange Line westlich vom Gipfel, oberhalb des Nordwandklassikers “comici”, spannten. Ein anspruchsvolles Unterfangen. Denn die Ausgesetztheit, das brüchige Gestein und die losen Felsen verlangte von den beiden äußerste Vorsicht, um keine Steine loszutreten und Kletterer unterhalb nicht zu gefährden. Nach einigen Versuchen und sich vertraut machen, konnte Reini Kleindl die Line komplett begehen. Armin schaffte sie in eine Richtung und stürzte auf dem Rückweg. Sie tauften sie auf den Namen “Vertigo” (lat. Schwindel).

Die “Perle des Westens”, 37 Meter lang, befindet sich in Gipfelnähe der Westlichen Zinne, nach Osten, der großen Zinne zugewandt.  Auch hier mussten sie für den Aufbau unangenehmes, brüchiges Gelände überwinden. Besondere Vorsicht war auf dem Pfeiler, gegenüber dem Gipfelkreuz geboten, da direkt darunter der “Demuth-Kante”-Klassiker vorbei führt. Hier gelang beiden eine Begehung der kompletten Line.

Besonders die Line an der kleinen Zinne hatte es den beiden angetan: “Als wir beim Abstieg von der großen auf die kleine Zinne hinunterblickten sahen wir einen Berg, der eher aussah wie eine Burg aus einem Fantasy Film und einem Highline Spot wie aus einem Traum – gewaltig – über die gesamte Breite zwischen Vor- und Hauptgipfel,”  beschreibt Armin Holzer die ersten Eindrücke. Laut Reini war es “der beste Spot, den wir je gesehen haben.” Sie spannten die 53 Meter lange Highline zwischen Vor- und Hauptgipfel. Reini gelang eine weitere Begehung – Armin konnte die Hälfte der Line gehen.

Sie tauften diese Highline “Elysium” und beendeten damit ihr Drei-Zinnen-Projekt.
“Für uns war es wichtig, nicht nur irgendeine Highline auf jeder Zinne zu spannen und zu begehen, sondern jeweils die aus unserer Sicht schönste und logischste”, beurteile Reini das Projekt. “Denn es mussten solche sein, die den gerecht werden.”

Während der Vorbereitungen und Begehungen, die über den ganzen August gedauert haben, haben die beide als Seilschaft die Drei Zinnen achtmal bestiegen und jeweils das gesamte Material selbst hinaufgetragen. “Wir haben in diesen Wochen die Drei Zinnen mit all ihren Facetten erlebt, vom wärmsten und sonnigsten Tag des Sommers bis hin zum Hagelsturm mit anschließenden Lichtspielen im Abendrot”, erinnert sich Armin.

Hinweis der beiden Erstbegeher

Wer diese Lines wiederholen will, muss nicht nur Highlinen mit allen technischen Anforderungen perfekt beherrschen, sondern auch alpinistische Erfahrung mitbringen. Wer sich in brüchigem Fels nicht verantwortungsvoll und sicher bewegen kann, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern vor allem andere.

Extrem Slacklining an der Eiger Nordwand

10. September 2009 von  
Abgelegt unter Sport

Gestern habe ich bei Stern TV auf RTL einen Beitrag über den 16-jährigen Slackliner Johannes Olszewski gesehen. Es waren wirklich atemberaubende Bilder wie der Bursche über die zum Teil extrem hohen Highlines balanciert ist.

Slacklining Slackline

, Slacken, Slacklinen, oder ist eine Trendsportart ähnlich dem Seiltanzen, bei der man auf einem Schlauchband oder Gurtband balanciert, das zwischen zwei Befestigungspunkten gespannt ist. Johannes war schon in früher Kindheit ein begeisterter Kletterer und hat vor rund fünf Jahren das Slacklinen entdeckt. Jetzt kombiniert er seine Klettererfahrung mit dem Slacklinen und balancierte zum Beispiel kürzlich in der Eiger Nordwand, 3.000 Meter über dem Meeresspiegel, und rund 1.200 Meter über dem Abgrund (siehe Bild o.r.).  Mir wird da schon ganz schwindelig wenn ich die Bilder nur sehe. Respekt für die Leistung! Sein nächstes Ziel sollen nun übrigens die Anden in Südamerika werden.

Weitere Berichte über Johannes und das Slacklinen findet man auch in der Süddeutschen Zeitung.

Fotos : Stern TV