OutDry vs. Gore-Tex – Stand der Dinge

6. Oktober 2011 von  
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Vor einigen Monaten habe ich hier bereits berichtet, dass Technologies S.r.l./ Sportswear Company eine Beschwerde, mit dem Vorwurf von Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht der EU gegen W. L. & Associates Inc eingereicht hat.

OutDry hat nun eine Pressemitteilung zum derzeitigen Stand der Dinge veröffentlicht:

Die EU Kommission hat kürzlich an alle Gore-Tex Lizenznehmer einen Fragenkatalog versendet. Die Fragen beziehen sich auf die Beschwerde die OutDry/Columbia gegen Gore-Tex eingereicht hat.
Der Fragenkatalog muss beantwortet werden. Die EU Kommission ist berechtigt bei Falschaussagen, Vorenthaltung von Informationen oder Nichtbeantwortung von Fragen Strafen zu verhängen.
Die Versendung der Fragebögen durch die EU-Kommission wird von OutDry als sicheres Zeichen interpretiert, dass die Behörde die Beschwerde ernst nimmt.

Während sich die EU Kommission mehr auf den Markt (Sammlung von Informationen von Schuh- und Handschuh-Marken und -Herstellern) konzentriert, setzt die US Federal Trade Commission (FTC) bei ihren Ermittlungen den Fokus auf die Aussagen und Auskünfte von Gore direkt, aufgrund der Vorladung gegen Gore vom 10. März 2011.
Es ist generell bekannt, dass in solchen Fällen die EU Kommission und das FTC eng zusammenarbeiten, um doppelte Datensammlung und Auswertung zu vermeiden.

OutDry/Columbia erwartet weitere Aktivitäten der Kommission, sobald alle Fragenkataloge beantwortet eingegangen und ausgewertet sind.

Man darf also gespannt sein wie es in diesem Fall weiter geht. Ich werde mal versuchen ob ich ein Statement zu der Beschwerde von Gore selbst erhalten kann. In gut einer Woche bin ich ja eh direkt an der Quelle beim GORE-TEX Blogger Summit :)

Update 10.10.2011 : Derzeit ist leider keine Stellungnahme von GORE zu bekommen. Die Firmenpolitik von GORE lautet schlicht: keine Auskunft zu laufenden Untersuchungen. So müssen wir uns hier wohl noch etwas gedulden um auch die andere Seite dieser Geschichte zu hören.

(Foto: zettberlin / photocase.com)

Columbia und OutDry reichen Beschwerde gegen W.L. Gore & Associates ein

16. Juni 2011 von  
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Gestern erreichte mich die Pressemitteilung, dass die Columbia Sportswear Company und ihr italienisches Tochterunternehmen OutDry Technologies S.r.l. gegen W.L. Gore & Associates, Inc. eine Beschwerde mit dem Vorwurf von Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht der EU bei der Europäischen Kommission einreichen.

Hier ein Ausschnitt aus der Pressemitteilung :

Die Sportswear Company, einer der weltweiten Innovationsführer bei , Schuhen, Accessoires und Ausrüstung für den Outdoorbereich hat heute angekündigt, dass das Unternehmen und sein italienisches Tochterunternehmen Technologies S.r.l bei der Europäischen Kommission eine Beschwerde gegen W. L. Gore & Associates, Inc. eingereicht haben. Columbia wirft W. L. Gore & Associates vor, durch den Missbrauch seiner dominanten Marktposition im Bereich wasserdichter atmungsaktiver Membranen für Schuhe und Handschuhe gegen das EU-Wettbewerbsrecht zu verstoßen.

Columbia und OutDry Technologies haben außerdem die kürzlich bekannt gewordene Nachricht begrüßt, dass die Handelskommission der USA eine Vorladung gegen W.L. Gore erwirkt hat. Diese steht im Zusammenhang mit einer unabhängigen Untersuchung, die ergeben soll, ob das Unternehmen sich „‚durch Verträge, Ausschlusspraktiken oder andere Verhaltensweisen im Bereich wasserdichter oder wasserdichter und atmungsaktiver Membranen oder Technologien und verwandter Produkte‘ unlauterer Wettbewerbsmethoden bedient hat.“

„Columbia und OutDry Technologies sind schon seit Längerem besorgt, dass die Handelspraktiken von W.L. Gore & Associates Kunden, Markeninhaber und Hersteller daran hindern, Zugang zu wettbewerbsfähigen Produktinnovationen im Bereich wasserdichter atmungsaktiver Schuhe und Handschuhe zu erlangen. Wir sind der Meinung, dass W. L. Gores Ausschlusspraktiken Outdoor-Begeisterten in der EU, den USA und anderen Regionen auf der ganzen Welt die Vorteile neuer und innovativer Produkte vorenthalten“, sagte Peter Bragdon, Columbias Senior Vice President of Legal and Corporate Affairs.

Es ist in der Tat so, dass W.L. Gore & Associates mit den bekannten Gore-Tex Membranen eine vorherrschende Rolle in der Outdoor Bekleidung- und Schuh-Industrie spielt. Wie ich bei meinem Besuch bei Meindl und adidas Outdoor erfahren konnte, gibt Gore den Herstellern strenge Richtlinien vor wie ihre Technologien zu verarbeiten sind. So darf z.B. bei Bekleidung nur ein bestimmter Prozentsatz der Oberfläche getaped sein um die Atmungsaktivität der Gore-Tex Membran zu gewährleisten, was natürlich einen Einfluss auf Form und Schnitt hat.
Heutzutage sind Hersteller zudem schon fast gezwungen mit Gore zusammen zu arbeiten da die Marke “Gore-Tex” für viele Endkunden einfach ein Zeichen für Qualität und Zuverlässigkeit darstellt.

Wo jetzt genau das Problem von Columbia und OutDry mit Gore besteht, geht nicht ganz klar aus der Pressemitteilung hervor. Wie es aussieht verwendet Columbia eigene Technologien (Omni-Dry, Omni-Heat, Techlite, …) was die Membranen anbelangt, würde aber wohl auch gerne auf Gore Produkte zurückgreifen und wird durch Ausschlusspraktiken daran gehindert.

Na mal sehen wie diese Geschichte weiter geht.

(Foto: zettberlin / photocase.com)

Outdoorbekleidung – Materialien und Technologien

14. Dezember 2009 von  
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Dies ist ein von Christian, der sonst auf Hikinggear.de und Routealpin.de bloggt.

Schlägt man heutzutage Kataloge auf oder surft im Netz, so wird man von Begriffen über Materialien und neuen Technologien überhäuft.

Unsere Großeltern fassen sich wahrscheinlich an den Kopf und sagen, uns haben damals die Knickerbocker und Baumwollhemden zum Wandern gereicht und würden sich nur über die heutige Kleidung wundern, die man z.B. auf den Blogseiten vorgestellt bekommt.

Geht man heute Wandern muss es die Funktionsunterwäsche mit einem MerinoShirt, die Hose aus Mischgewebe (Baumwolle und Polyester) und dazu die High-End Hardshell mit Gore-Tex sein. Kaum ein Blogger, User in den Outdoorforen oder Verkäufer in der Outdoorshops rät einem mehr zu der Kleidung unserer Großeltern.

Einen kleinen Überblick über die einzelnen Materialien und ihre Verwendung in der will ich Euch heute mal geben, denn man ist als Blogger ja nicht ganz schuldlos an dieser Verwirrung. Natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit, denn dafür gibt es zu viele verschiedene Materialien.

Outdoorbekleidung

Beginnen wir mal beim klassischen Material, der Baumwolle.

Baumwolle ist das Material, was man wohl im Alltag am meisten am Leibe trägt. Getragen wird Baumwolle als Base- und Midlayer, also der ersten und zweiten Schicht im Zwiebelprinzip. Sei es nun als Hosen, Hemden, Buff Tücher, T-Shirts, es gibt wohl kaum ein Kleidungstück, was es nicht in Baumwolle gibt. Es trägt sich stets angenehm auf der Haut. Im Selbstversuch wird man aber feststellen, dass Baumwolle dazu neigt Feuchtigkeit aufzusaugen und diese erst einmal zu halten. Da Baumwolle sehr langsam trocknet, eignet es sich weniger für nasskaltes Wetter, denn der Körper wird dann nicht isoliert, sondern kühlt ab. In dem Fall ist Baumwolle unangenehm auf der Haut. Bei warmen Temperaturen sind Kleidungsstücke aus Baumwolle jedoch angenehm, da die Sachen luftiger sind, die Luft kann ungehindert zirkulieren. Heutzutage gibt es Baumwolle in der Outdoorbekleidungsindustrie noch als Mischgewebe, d.h. Baumwolle und Polyester werden gemischt, um deren jeweiligen positiven Eigenschaften zu verknüpfen.

ist ebenfalls ein sehr geläufiges Material und wird genauso wie Baumwolle getragen. Sei es nun in Form von Socken, Pullover, Mützen, Handschuhe oder als Unterwäsche. Reine Wolle isoliert sehr gut, hält warm, neigt aber dazu auf der Haut als Kratzen wahrgenommen zu werden.

Besser wird auf der Haut die Merinowolle wahrgenommen. Diese Bekleidung aus Merinowolle ist leichter als welche aus normaler Wolle, kratzt im Gegensatz  dazu jedoch nicht auf der Haut und hält ebenfalls warm. Merinowolle gibt es von den Herstellern in der Regel in verschiedenen Stärken, d.h. eine dünne Ausführung für den Sommer, eine etwas dickere für den Ganzjahreseinsatz und eine dicke Variante für die kalte Jahreszeit. Der Vorteil bei Merinobekleidung ist auch, dass es auch dann noch warm hält, wenn es feucht ist.

Inzwischen kaum noch eingesetzt wird Seide. Aus Seide gab es früher z.B. Unterwäsche und Hemden, heutzutage findet man Seide noch überwiegend bei Inletts für den Schlafsack bzw als Hüttenschlafsack. Genauso wie Baumwolle vermittelt Seide ein angenehmes Gefühl auf der Haut, speichert aber genauso wie Baumwolle die Feuchtigkeit. Aufgrund des niedrigen Gewichts ist Seide bei den angesprochenen Inletts eine leichtere Alternative zu den Baumwollinletts. In der Bekleidung wird Seide inzw aber durch Fasern aus Synthetik ersetzt, die die Feuchtigkeit schneller transportieren und nicht speichern.

Als Beispiel für so eine Synthetikfaser sei Polypropylen genannt. Aus diesem Material lässt sich von der Unterwäsche, über Handschuhe und Mützen bis hin zur Regenkleidung alles herstellen. Es hat dabei die Eigenschaften, dass es zwar die Feuchtigkeit aufsaugt, jedoch auch wieder sehr schnell trocknet. Im Vergleich zur Merinowolle ist die sogenannte „Funktionsbekleidung“ aus Polypropylen preiswert, transportiert  die Feuchtigkeit nach außen, statt diese zu „speichern“, hält somit den Körper trocken und dadurch warm, wodurch sich die Bekleidung angenehm auf der Haut anfühlt.

Ebenfalls sehr umfangreich bei den herstellbaren Produkten ist Fleece.  Aus Fleece gibt es Jacken, Hosen, Sturmhauben, Handschuhe, Westen und natürlich Mützen.  Die Eigenschaften von Fleece sind ähnlich der Merinowolle, so speichert Fleece die Wärme auch bei Nässe und wärmt gut bei dem geringen Gewicht. Die Wärmeleistung ist jedoch nicht so gut wie bei Merinowolle. Fleece ist vom Volumen größer als vergleichbare Produkte aus Merinowolle,  ist aber trotzdem noch ein leichter Stoff. Dünner und leichter ist Microfleece, im Gegensatz zum normalen Fleece besteht Microfleece aus einem dichteren Gewebe. Der Vorteil gegenüber dem klassischen Fleece ist das niedrigere Gewicht, jedoch ist dabei der Nachteil, dass es nicht so warm hält.

Als nächsten Stoff sei noch Microfaser genannt. Microfaser ist sehr dicht gewoben, wodurch Feuchtigkeit gut abgehalten wird. Regendicht ist dieser Stoff allein jedoch nicht. Verwendung findet Microfaser in Windjacken, Hosen, Regenkleidung und natürlich in leichten Handtüchern. Kleidung aus Microfaser zeichnet sich dadurch aus, dass es meist winddicht ist und Feuchtigkeit gut ableitet.

Bei richtiger Regenbekleidung gibt es inzw. Membranjacken. Membrane in der Bekleidungsindustrie sind mehrschichtige Stoffe mit unterschiedlichen Eigenschaften. Als grobe Beschreibung dient hierbei das 2 Lagen Modell, eine Innenschicht leitet Wasserdampf nach Außen, während die Außenschicht den Wasserdampf passieren lässt, Feuchtigkeit & Wind von außen jedoch nicht nach innen lässt.  Als bekannteste Membran gilt Gore-Tex. Diese Membran findet man in der äußersten Schicht des Zwiebelprinzips bei Regenjacken, Regenhosen, Gamaschen, Handschuhe, Mützen und natürlich in Schuhen.  Gore-Tex ist wasser- und windabweisend, dabei jedoch atmungsaktiv, wodurch sie sich zu den Regenjacken aus der Zeit unserer Großeltern unterscheidet. Die mikroskopisch kleinen Poren der GoreTex Membran lässt Schweiß, der bekanntlich vom Jackeninnern kommt verdunsten, Regen, der von außen kommt jedoch nicht ins Jackeninnern.

Seit ein paar Jahren gibt es nun . Wie Goretex findet man Softshell in der äußersten Schicht des Zwiebelprinzips in Jacken und Hosen. Es ist zu einem gewissen Grad wasserabweisend, jedoch in erster Linie atmungsaktiv. Beschreiben kann man Softshell als Brücke zwischen Fleece und Gore-Tex. Ähnlich dem Fleece ist Softshell isolierend und sehr atmungsaktiv, jedoch im Gegensatz zu Fleece schon fast wie GoreTex wind- und wasserabweisend.

Inzwischen findet man auch noch viele andere Stoffe und Materialien, denn es kommt ständig ein neuer Stoff, eine neue Bezeichnung, eine neue Membran etc. auf dem Markt, die sich aber von den oben genannten nicht so wesentlich unterscheiden, sondern nur im Gewicht oder in besseren Eigenschaften unterscheiden, vom Prinzip aber meist einem der genannten ähneln.

Wenn Euch der Beitrag gefallen hat, besucht uns auf Hikinggear oder wenn Ihr Euch für den Bergsport interessiert auf Routealpin.de.

Über den Author

Christian bloggt zusammen mit Stefanie auf Hikinggear.de und Routealpin.de. Sie sind beide Studenten in Nordrhein Westfalen und versuchen auch immer wieder aufs Neue zu zeigen was man in NRW (und Deutschland) an Aktivitäten in der Natur erleben kann. Vor gut 20 Jahren ist bei ihnen die Leidenschaft zu Outdoor ausgebrochen und seit dem nicht wieder gelöscht worden. Im Gegenteil, sie versuchen so oft es geht, draußen in der Natur ihren Hobbies wie Trekking, Bergsport, Radfahren und Laufen nachzugehen. Diese sind somit auch gleichzeitig die Themen ihrer Blogs.

(Foto: .BJØRN. / photocase.com)

Nano-Silber Technologie schädlich?

15. November 2008 von  
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-Silber ist ein antimikrobielles Additiv auf der Basis von elementarem Silber, welches keimtötende Eigenschaften aufweist. Es wird im textilen Bereich bisher vorwiegend bei Unterwäsche und Socken eingesetzt, kommt aber auch z.B. bei diversen Hosen und Jacken von Jack Wolfskin zum Einsatz, um geruchsverursachende Bakterien zu unterbinden.

Bisher ist jedoch noch unklar ob und wie gesundheitsgefährdend sind. Eine Studie im Nature Nanotechnology Magazin geht davon aus, dass Kohlenstoffnanoröhren, wenn man sie in grösseren Mengen einatmen würde, genau so schädlich sein könnten als Asbest. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat Konsumenten bereits davor gewarnt, neue antimikrobielle Waschmaschinen, welche über eine Nano-Silber Beschichtung verfügen, zu kaufen. Es ist momentan noch nicht geklärt, welchen Einfluss solche Silberpartikel beim Eintrag in die Gewässer oder auf die Abwasserreinigung haben. Derzeit ist noch recht wenig über diese bekannt, weshalb man über eventuelle Gefahren noch keine eingehende Erkenntnis hat.

Eine Auswahl an Produkten mit Silber-Nanopartikeln finden man unter Nanotechnology Project.

Weitere Informationen zur Nanotechnologie und deren potenzielle Gefahren kann man unter anderem bei BBC, Nanotechnology Project, Nature.com, oder Wikipedia nachlesen.