Speläologie in der „Ste Barbe“ Grotte

(bzw. Speleologie, Höhlenwandern oder auch Caving genannt) stand schon seit einiger Zeit auf meiner Outdoor-ToDo-Liste. Letzte Woche konnte ich nun endlich Ander vom Trekking Blog überreden einen Abstieg in die Ste Barbe („Heilige Barbara“) Grotte im Mullerthal zu wagen. Drei weitere Freunde, darunter ein Ortskundiger der schon mehrmals in dieser Grotte unterwegs war, begleiteten uns am vergangenen Wochenende. Bei meinen Recherchen zu der Grotte stellte ich zudem fest, dass man nebenbei noch einen 5/5 Earthcache (GC27N1Q) loggen kann.

Schon am Parkplatz unweit vom Eingang 2 der Grotte mussten wir am späten Samstag Morgen feststellen, dass wir an diesem Tag wohl nicht allein unterwegs sein würden. In der Tat scheint die Grotte besonders bei Geocachern sehr beliebt zu sein. Insgesamt sollten wir 11 anderen „Höhlenforschern“ begegnen, eine 3er Gruppe war bereits auf dem Rückweg, ein 2er Team startet gleichzeitig mit uns, und auf unserem Rückweg begegneten wir einer weiteren 6 Mann starken Gruppe. Dies führte dann auch unweigerlich zu längeren Staus an diversen Engpässen.

Kommen wir nun aber zur eigentlichen Speläologie . Los ging es wie gesagt am Eingang 2 (siehe Plan „entrée 2“) der Grotte, da Eingang 1 schon vor einer Weile verschüttet wurde. Hier mussten wir auch gleich durch eine enge Spalte geschätzte 10 Meter hinunter, weiter hinab durch einige ähnlich tiefe Schächte, bis wir schließlich in der Region „Tord-Boyau“ angelangt waren. Von hier aus ging es über einige besonders enge und etwas kniffelige Stellen weiter zum Abseilpunkt in die Kathedrale, dem Highlight der Tour. Rund 18 Meter geht es hier hinab in den beeindruckenden großen Raum. Die Kathedrale war dann auch der ideale Platz für die Mittagspause.

Anschließend erforschten wir noch die Regionen „Galerie des miroirs“ und „Pays des merveilles“, bis hin zum „Reseau sud“, und wieder zurück um auch noch Teile des „Reseau nord“ zu erkunden. Hier waren vor allem ein sicherer Tritt, etwas , und Quetschen durch Engpässe gefragt. In der südlichen Region kann man zudem auch interessante Sinterformationen und Tropfsteine beobachten, etwas was man sonst an keiner Stelle der Ste Barbe Grotte findet.

Der Rückweg gestaltete sich ebenso einfach oder schwierig wie der Hinweg. Allerdings verlangte der letzte Anstieg zum Ausgang nochmal alle Kraftreserven. Zum Glück hatten wir zuvor beim Einstieg eine Strickleiter befestigt, welche den Aufstieg etwas erleichterte, allerdings mussten die letzten Meter entlang der glatten Wände so überwunden werden.

Insgesamt waren wir rund 7 Stunden unter Tage, was aber zum Teil auch, wie schon erwähnt, auf das hohe Geocacher Aufkommen und den damit verbundenen „Staus“ zurück zu führen war. Wer nur wegen dem Cache runter geht, kann auch in nur 4-5 Stunden wieder oben sein.

Die Fotos unserer Tour gibt es wie immer in der Galerie. Weitere (bessere) Fotos vom Kollegen der seine DSLR Kamera dabei hatte, werden noch folgen.

Ausrüstung

Zur speziellen Kletterausrüstung wie Seile, Abseilgeräte oder Steigklemmen kann und will ich nichts weiter sagen da ich mich hier einfach nicht wirklich auskenne. Ich denke Ander wird da sicherlich noch mehr dazu schreiben. Deshalb gibt es hier nur meine persönliche Ausrüstungsliste (von den Schuhen bis zum Helm):

  • Alte Wanderstiefel sind für diese Grotte ideal. Sie bieten einen recht guten Halt und stabilisieren den Fuß. Da die Grotte trocken ist, sind Gummistiefel nicht unbedingt notwendig.
  • Ein robuster Overall aus dem Baumarkt (unter Speläologen auch Schlatz genannt) ist bestens geeignet, denn die Kleidung wird am rauen Sandfelsen stark beansprucht.
  • Eine Schicht wärmende Thermounterwäsche (langarmig und langbeinig) reichte bei mir um die ca. 12°C im Innern der Grotte ohne Frösteln zu überstehen.
  • Robuste Handschuhe schützen die Hände vor Abschürfungen.
  • Als Hüftgurt kam mein Edelrid Duke, den die Bergfreunde mir zur Verfügung gestellt hatten, erstmalig zum Einsatz. Dieser war recht bequem und störte nicht weiter in den Engpässen.
  • Meinen Kopf schütze ein Kletterhelm, ebenfalls von Edelrid, bestückt mit der Petzl Tikka XP Stirnlampe. Die Kollegen hatten zum Teil spezielle Steinschlaghelme mit festmontierter Stirnlampe im Einsatz. Unser Höhlenguide (a.k.a. Höllenguide) hatte sogar einen Helm mit Karbidlampe dabei. Genügend Ersatzbatterien sowie Ersatzlampen dürfen bei einer solchen Tour auf keinen Fall fehlen.
  • Ein Schleifsack (ein besonders strapazfähiger wasserdichter Rucksack, den man in Engstellen nachschleifen kann) für unseren Proviant und unser Material wäre sicherlich von Vorteil gewesen. Letztlich mussten aber einfache alte Rucksäcke herhalten.

Ansonsten sollte man alles dabei haben was man z.B. auch bei längeren Wanderung mitführt, wie etwa ausreichend Wasser, Proviant, und ein Erste-Hilfe-Set.

Zur technischen Ausrüstung ist vielleicht noch zu sagen, dass im Fels einige Gewindestangen zum Befestigen von Haken vom G.S.L. (Groupe Spéléologique Luxembourgeois) installiert wurden. Die Größe der Stangen müsste M12 sein, sollte aber vielleicht vorher beim G.S.L. nachgefragt werden. Wir haben die wenigen übrig gebliebenen fest installierten Bohrhaken genutzt, weitere Haken hätten unsere Seile aber sicherlich etwas mehr geschont. Auch das früher installierte Stahlseil am Eingang ist nicht mehr vorhanden. Dieses hätte wahrscheinlich vor allem den Ausstieg etwas erleichtert.

Kategorien: Geocaching,Klettern & Bergsteigen

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3 Kommentare

  1. Hmm … Vielleicht sind deshalb die ganzen Bohrhaken verschwunden und durch einfache Gewinde ersetzt worden. Wäre schade. Aber ich kann dann wenigsten sagen „Been there, done that“ :)

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