Wissenswertes über Zecken und Zeckenbisse

Ab Frühling bewegen wir uns wieder vermehrt draußen, sei es nun beim Wandern, Laufen oder Radfahren. Aber nicht nur wir Menschen erfreuen uns der angenehmeren Temperaturen, auch die kleinen blutsaugenden sind erneut auf der Lauer nach einem Wirt. Die Zeckenzeit ist in der Regel etwa von März bis Oktober / November. Nachfolgend einige wissenswerte Informationen und Hinweise zu diesen unliebsamen Zeitgenossen.

Die Zecke

Biologisch gesehen gehört die Zecke zu den Spinnentieren, was unter anderem die acht Beine eines ausgewachsenen Tieres zeigen. Noch genauer betrachtet lässt sie sich der Gruppe der Milben zuordnen. Besonderes Kennzeichen der Zecke sind die Mundwerkzeuge, welche eigens für ihre blutsaugende Lebensweise umgestaltet sind. Der zentral sitzende Stechrüssel weist häufig Zähne auf, die als Widerhaken fungieren. Zecken können bis zu drei Wochen unter Wasser und 24 Stunden bei minus zwölf Grad in einem Gefrierfach überleben. Die weibliche Zecke legt durchschnittlich 3000 Eier, die auch als Zeckenkaviar bekannt sind. Über 900 unterschiedliche Arten sind weltweit bekannt. Um Überleben zu können benötigen Zecken einen gewissen Feuchtigkeitsgrad. Dementsprechend lieben sie die feuchte Umgebung und sind besonders nach Regen sehr aktiv.
Als Parasit ernährt sich die Zecke ähnlich wie die Stechmücke vom Blut anderer Lebewesen. Tiere und Menschen dienen ihr als Wirt. Anders als im kursierenden Mythos verbreitet, springen Zecken nicht von Bäumen und können nicht fliegen. Sie warten im Gebüsch oder auf Grashalmen um sich bei Kontakt in den Wirt einzuhaken und ihre Blutmahlzeit einzunehmen. Der Blutverlust, den Mensch oder Tier dabei erleidet, ist eigentlich kein Problem. Die Gefahr besteht in der Übertragung von Krankheiten.

Was ist nach einem Zeckenbiss zu tun?

Nach einem Zeckenbiss ist es wichtig, die Zecke zeitnah vollständig zu entfernen. Zwar werden Krankheitserreger nicht binnen weniger Minuten übertragen, aber je länger der Saugvorgang dauert, desto größer wird die Gefahr für übertragene . Die beste Methode der Zeckenentfernung ist das Herausziehen. Beim Drehen besteht die Gefahr, dass Teile in der Haut zurückbleiben und Entzündungen verursachen. Hilfsmittel wie spezielle Pinzetten oder die Zeckenkarte vereinfachen eine Entfernung und sind in Apotheken erhältlich. Es empfiehlt sich, immer eines dieser Werkzeuge bei einem Spaziergang dabei zu haben. Nach dem Entfernen sollte die Einstichstelle desinfiziert werden. Wer sich nicht sicher ist, ob er die Zecke richtig entfernen kann beziehungsweise entfernt hat, sollte einen Arzt aufsuchen. Ferner ist es ratsam, den ganzen Körper nach weiteren Zecken abzusuchen. Denn nicht selten haben sich gleich mehrere Tiere am Körper bedient.

Folgen und Symptome eines Zeckenbisses

Bei einem Biss betäubt ein abgesondertes Sekret die Einstichstelle. Daher wird ein Zeckenbiss zu Anfang oft nicht bemerkt. Ein Jucken oder in manchen Fällen auch Brennen nehmen viele Leute erst wahr, wenn diese Betäubung nachlässt. Schwellung und Rötung der Haut sind Symptome, die jedoch nach einigen Tagen wieder abklingen. Gefährlich wird es erst, wenn die Zecke Borrelien überträgt. Sie befinden sich im Mitteldarm, gelangen erst nach mehreren Stunden in den menschlichen Blutkreislauf und rufen die Infektionskrankheit Borreliose hervor. Die Krankheit verläuft in drei Stadien, die sich über mehrere Jahre hinziehen können. Erste Symptome sind Wanderröte um die Einstichstelle, Fieber, oder Gelenk-und Muskelschmerzen. Später können Lähmungen, Müdigkeit und als Spätfolgen Schädigungen des Gehirns auftreten. Auch die Übertragung des FSME-Virus stellt eine Gefahr dar. Symptome wie Abgeschlagenheit, leichtes Fieber oder Kopfschmerzen können ein Hinweis auf eine Übertragung sein. In den meisten Fällen legen sie sich schnell wieder. Manchmal verursachen sie jedoch schwere Schäden am zentralen Nervensystem und lösen eine Entzündung des Gehirns sowie der Hirnhaut aus. Hier bedarf es einer umfangreichen ärztlichen Therapie. Gegen FSME gibt es eine Impfmöglichkeit. Wer in entsprechenden Gebieten lebt oder viel in der Natur unterwegs ist, sollte diese Möglichkeit wahrnehmen. Zudem sollten Arme und Beine durch lange Kleidung bedeckt gehalten werden, um so den Zecken den Zugang zum Körper als Wirt zu erschweren. Das Vermeiden von Bissen ist am Ende die sicherste Methode, sich vor Krankheitsübertragungen durch Zecken zu schützen.

Foto: Meli1670 / Pixabay

Kategorien: Tipps & Tricks

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2 Kommentare

  1. Gute Warnung, auch wenns ein bißchen Angst macht. Ich hab so das Gefühl, dass es auch am Wetter liegt und die Gefahr in letzter Zeit höher liegt durch milde Winter. Oder ist das Einbildung?

  2. Gibts eigentlich schon neue Karten wie weit und wo Borreliose und FSME sich ausgebreitet haben?
    Hatte mal sowas für 2016 gesehen

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