Was ist eigentlich der R-Wert?

Gelegentlich liest man bei Outdoor Ausrüstung etwas über den sogannten . Das R steht für den Wärmedurchlasswiderstand und charakterisiert das Verhältnis der Dicke zur Wärmeleitfähigkeit des Materials eines Produkts. Je höher der Wärmedurchlasswiderstand, desto besser ist die Wärmedämmeigenschaft einer Schicht. Im Outdoor Bereich wird mit dem R-Wert die Isolationseigenschaft von Thermomatten ausgedrückt, so dass diese untereinander vergleichbar gemacht werden können.

Die Isolationseigenschaften einer Matte hängen von verschiedenen Faktoren ab. So verfügt die dickste Matte nicht unbedingt über den besten Wärmedurchlasswiderstand. Neben Material und Dicke beeinflussen z.B. auch die Konstruktion oder die Oberflächenstruktur die Isolation. Die beliebten (weil bequem und leicht) aufblasbaren Isomatten (wie z.B. die Therm-a-Rest NeoAir) verfügen zwar häufig über einen recht guten R-Wert, sind aber nur bedingt für Temperaturen unter dem Gefrierpunkt geeignet, da Kondenswasser im Innern der Matte gefrieren kann, so dass die Matte von innen vereist.

Für Isomatten gelten folgende allgemeinen Richtwerte bezüglich des R-Werts (Quelle):

R-Wert 1 : bis +7 °C (3 Jahreszeiten, warme Nächte)
R-Wert 2 : bis +2 °C (3 Jahreszeiten, gemäßigte Nächte)
R-Wert 3 : bis -5 °C (3-4 Jahreszeiten, kühlere Nächte)
R-Wert 4 : bis -11 °C (4 Jahreszeiten, wintertauglich)
R-Wert 5 : bis -17 °C (hochalpine Winterbiwaks)
R-Wert 6 : bis -24 °C (ausgedehnte Wintertouren)

Beachten sollte man allerdings, dass es keine einheitlichen Methoden zur Ermittlung des R-Werts gibt. So gibt z.B. der Outdoor Ausrüster Globetrotter erst gar keine Werte an: “Im Handbuch und auf der Webseite geben wir keine R-Werte an, da bisher keine einheitlichen Methoden zur Ermittlung dieser Werte existieren.”.

Die Wahl einer geeigneten sollte man nicht ausschließlich von reinen Zahlen wie dem R-Wert abhängig machen. Der Schlafkomfort ist mir persönlich sehr wichtig. Meine Therm-a-Rest NeoAir bietet eine Dicke von mehr als 6cm bei einem Gewicht von gerade mal 410g. Der R-Wert liegt hier allerdings “nur” bei 2,5. Sollte ich wirklich mal im tiefsten Winter draußen übernachten, wäre eine Kombination von NeoAir und einer klassischen leichten Schaummatte hier wohl die einfachste Lösung. R-Werte lassen sich nämlich addieren!

Einen sehr ausführlichen Vergleich von Isomatten in Bezug auf deren R-Wert und Gewicht gibt es übrigens bei Marcel auf Ausgeruestet.com.

Foto: iStockPhoto.com

Kategorien: Schlafen

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4 Kommentare

  1. endlich ist hier mal Aufkärungsarbeit geleistet worden. Schöner Post, der keine Fragen offen lässt. Aber das war ja auch nicht anders zu erwarten.

  2. Bin ich nur besonders kälteunempfindlich oder teilt ihr allgemein meinen Eindruck, dass man da meistens noch 5° draufschlagen kann ohne schlechtes Gewissen, teilweise sogar mehr?

  3. Das nenne ich mal einen gelungenen Artikel. Vielen Dank für die umfassende und übersichtliche Erklärung.

    @Gerd: Sehe ich wie du, besonders bei Frauen ist mir aufgefallen, dass sie tendenziell zu einem höheren R-Wert neigen.

  4. Pingback: Exped SynMat UL Isomatte im Test « Freiluft Blog

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