Thule Glide Sportbuggy im Test

kennen viele sicherlich als Hersteller von Trägeraufbauten für Fahrzeuge. Seit 2011 gehört Chariot, ebenfalls recht bekannter Hersteller von Kindertransportern, zur Gruppe. Auf der OutDoor in Friedrichshafen präsentierte im letzten Jahr nun mit dem einen leichtgewichtigen “Hochleistungs-” Sportbuggy ohne großen Schnick-Schnack. Wir konnten ihn  kürzlich im Praxiseinsatz testen.

Der Thule Glide ist ein der zu 100% auf schnelle, sportliche Fortbewegung (insbesondere Laufen) ausgelegt wurde. Hierzu tragen in erster Linie die großen schmalen Räder (16 Zoll Vorderrad + 18 Zoll Hinterräder) bei, mit denen der Glide, wie der Name es schon suggeriert, fast lautlos über den Asphalt gleitet. Dabei hat der Glide, dank des fixierten Vorderrads, einen sehr ruhigen Geradeauslauf, so dass man die Richtung fast nicht korrigieren muss und problemlos einhändig laufen kann.
Mit einem Gewicht von knapp unter 10 kg (9,9 kg laut Thule) und den äußerst leichtläufigen Rädern, benötigt man keinen großen zusätzlichen Kraftaufwand um den Nachwuchs vor sich her zu schieben. Die maximale Zuladung beträgt 34 kg, so dass auch ältere Kinder mit etwas Zusatzgepäck transportiert werden können.

Für Sicherheit sorgt eine V-Bremse am Vorderrad, welche durch den Bremshebel am höhenverstellbaren Schiebebügel betätigt wird. An der Hinterachse befindet sich eine Feststellbremse, welche sich aber recht schwergängig mit dem Fuß einrasten bzw. wieder lösen lässt. Dafür hält sie aber Bombenfest und der Wagen rollt weder vor noch zurück.
Ein einfach zu bedienender, gepolsterter 5-Punkt-Gurt hält den kleinen Passagier sicher im Sitz.

Auf Komfort brauchen weder Eltern noch Kind beim Glide zu verzichten, auch wenn dieser ohne großen Schnick-Schnack daher kommt. An Stauraum steht eine große Netztasche oben an der Rückseite zur Verfügung, sowie zwei kleine Netztaschen vorne im Innenraum der Fahrgastzelle, und ein große offene Ablage unterhalb des Sitzes (maximale Belastung 4,5 kg).
Für den Komfort des Passagiers ist der luftdurchlässige Sitz weich gepolstert. Er kann stufenlos mit nur einer Hand in eine fast waagerechte Position gebracht werden. Das Verdeck lässt sich besonders weit herunter ziehen und bietet somit einen hervorragenden Sonnenschutz. Oberhalb des Verdecks befindet sich ein (abdeckbares) Sichtfenster, so dass man den Nachwuchs immer im Blick hat.

Zur Lagerung oder zum Transport kann der Glide mit nur einer Hand kompakt zusammen geklappt werden. Alle Räder können mit nur einem Handgriff abgenommen werden, somit lässt der Glide sich recht kompakt verstauen.

Einen kleinen Überblick über die diversen Funktionen zeigt dieses Video vom Hersteller :

Im Praxiseinsatz

Ich habe den Glide überwiegend beim Laufen auf Asphalt im Einsatz. Hierzu ist der Buggy wie geschaffen. Die starre Vorderradkonstruktion in Verbindung mit den großen schmalen Rädern und dem geringen Gewicht, machen das Laufen mit Kinderwagen äußerst angenehm. Der Wagen gleitet geradezu vor einem her. Hier einige Eindrücke aus der Praxis :

Das starre Vorderrad hat allerdings auch einen entscheidenden Nachteil. In engen Kurven muss man den Schiebebügel hinunter drücken um das Vorderrad anzuheben, damit man um die Ecke kommt. Auf breiten Fahrradwegen ist das sicherlich kein größeres Problem, läuft man aber z.B. in der Stadt auf engen Bürgersteigen und muss an jeder zweiten Ecke abbiegen, dann kann das schon überaus lästig sein und den Lauffluss ständig unterbrechen.

Die Hinterradfederung empfinde ich als etwas zu hart gedämpft. Wirklich viel Komfort bringt die Federung beim schnellen Laufen leider nicht. Deshalb eignet sich der Glide beim Laufen, meiner Meinung nach, auch nur auf wirklich ebenen Untergrund. Waldwege oder Pflastersteine machen, trotz der großen Räder und Federung, aus dem Sportbuggy eher eine Rüttelkiste für das Kind.

Ansonsten ist der Glide sehr durchdacht und einfach in der Handhabung. Binnen Sekunden hat man das Kind in eine nahezu waagerechte Schlafposition gebracht, oder den Sonnenschutz hinunter geklappt.

Fazit

Der Glide ist ein waschechter Sport- bzw. Laufbuggy. Insgesamt macht er einen sehr stabilen und verwindungssteifen Eindruck, ist dabei aber überaus leicht. Die großen schmalen Räder mit  Luftbereifung erlauben ein Reibungsarmes Gleiten über den Asphalt, und Dank des fixierten Vorrads ist der Wagen absolut spurstabil. Es macht richtig Spaß den leichtläufigen Glide mit dem Nachwuchs ohne großartige Kraftanstrengung vor sich her zu schieben. Auch große Läufer wie ich (1,90) haben dabei ausreichend Platz um die Beine nach vorne zu werfen.

Der Buggy eignet sich durchaus auch für einen gemütlichen Waldspaziergang. Als täglicher Begleiter im Großstadtdschungel oder dem Einkaufszentrum, ist der Glide, wegen seiner geringen Wendigkeit, aber eher ungeeignet. Hier bietet das Schwestermodell von Thule, der Urban Glide, wesentliche Vorteile. Dieser verfügt über ein schwenkbares Vorderrad, ist dafür aber etwas schwerer und die Räder sind kleiner.

Für rund 450 Euro erhalten aktive Eltern mit dem Thule Glide einen exzellenten Laufbuggy. Wer allerdings einen Allrounder sucht, den man auch im Alltag einsetzen kann, der ist, meiner Meinung nach, mit dem Glide falsch bedient.

Alle weiteren Informationen zum Glide gibt es unter Thule.com. Erhältlich ist der Glide unter anderem im Online Shop von JAKO-O.

Kategorien: Ausrüstung,Running & Trailrunning

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